Studie: Kinderwunsch sinkt trotz üppiger Familienförerungen

Eigentlich soll die österreichische Familienförderung dazu führen, dass sich mehr Frauen für ein Kind entscheiden. Die aktuelle Studie der OECD mit dem Titel „Doing Better for Families“ zeigt allerdings, dass die dahingehenden Bemühungen hierzulande nicht fruchten.

Die Anzahl der Frauen mit Kinderwunsch stieg in den vergangenen Jahren – trotz hoher direkter Familienförderung – nicht an. Im Gegenteil, sie sinkt sogar: Mehr als 42 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter entscheiden sich bereits für ein Leben ohne Kinder, bei Frauen mit einem Universitätsabschluss sind es sogar 48 Prozent. Österreichs Frauen landen damit punkto Kinderlosigkeit im OECD-Spitzenfeld, nur in Deutschland liegt sie noch höher.

Die Studienautoren warnen deshalb davor, „zu hohe Erwartungen an familienpolitische Initiativen zu knüpfen“, wenn es darum geht, den Kinderwunsch zu stützen: „In Deutschland und Österreich, wo jede Frau statistisch kaum anderthalb Kinder bekommt, konnte die Vielzahl der Fördermöglichkeiten den Trend zu weniger Nachwuchs noch nicht umkehren.“ Beide Länder zeichnen sich übrigens dadurch aus, dass das Geld für die Familien überwiegend direkt ausbezahlt wird und weniger in Sachleistungen wie bessere Kinderbetreuungseinrichtungen fließt. Anders in Frankreich und in den nordischen Ländern Europas: Kinderbetreuung auch für Kinder unter drei Jahren, die in Österreich fehlt, erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Der OECD-Befund zu diesen Ländern ist demzufolge positiver: „Die Gesamtzahl familienfreundlicher Maßnahmen erleichtert Frauen dort die Entscheidung für ein Kind.“

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