Strasser-Firmen werden durchleuchtet

Ernst Strasser muss laut Anordnung seine Firmenkonten dem Staatsanwalt offenlegen.

Die Affäre Strasser hat zu Wochenbeginn die Kreditwirtschaft erreicht. Nachdem FORMAT online am Montag über die von der Korruptionsstaatsanwaltschaft beantragte Kontenöffnung bei Ernst Strasser exklusiv berichtete, herrscht in den Bankzentralen helle Aufregung. „Die Anfrage bei allen österreichischen Kreditinstituten ist erforderlich, da nicht bekannt ist, mit welchen Kreditinstituten der Beschuldigte Geschäftsverbindungen hat“ , heißt es in der „Anordnung der Auskunftserteilung (Bankkonten und Bankgeschäfte)“ vom 25. März 2011.

Die von Staatsanwalt Johann Fuchs initiierte Gerichtsverfügung reicht viel weiter, als bisher bekannt war. So müssen Raiffeisen, Sparkassen und Co nicht nur die Privatkonten von Ernst Strasser melden, sondern alle Geschäftskonten: „Der Korruptionsstaatsanwaltschaft (sind) sämtliche Bankverbindungen des Dr. Ernst Strasser sowie der cce-consulting, coaching & educating-gesmbh mitzuteilen. “

Die Behauptung, dass sich Strasser nach heimischem Recht gar nicht strafbar gemacht hat, weil „die Tat“ einerseits im Ausland verübt wurde und andererseits in Österreich gar nicht strafbar wäre, stimmt laut Anordnung nicht: „Die vom Beschuldigten im Ausland begangenen strafbaren Handlungen wären (…) strafbar, weil er sie als österreichisches Mitglied des europäischen Parlaments, sohin als österreichischer Amtsträger, setzte.“ Und Amtsträger dürfen sich nicht bestechen lassen. Zur Erinnerung: Für 100.000 Euro Jahresgage bot Strasser die Beeinflussung von Gesetzen an.

– SAN

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