Wende in der Ukraine? Janukowitsch stimmt angeblich Neuwahlen zu

Wende in der Ukraine? Janukowitsch stimmt angeblich Neuwahlen zu

Der polnische Premierminister Donald Tusk hat erklärt, dass der ukrainische Staatschef Viktor Janukowitsch bei den Gesprächen mit den EU-Außenministern Neuwahlen iim Jahr 2014 zugestimmt hat. In Kiew brennen indessen die Straßen. Bei Straßenschlachten sind am Donnerstag 39 Menschen ums Leben gekommen.

Der ukrainische Staatschef Viktor Janukowitsch hat nach Angaben der polnischen Regierung vorgezogenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im laufenden Jahr zugestimmt. Darauf habe sich Janukowitsch mit den EU-Außenministern geeinigt, erklärte Premier Donald Tusk am Donnerstagabend in Warschau. Außerdem sei die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit binnen zehn Tagen vereinbart worden.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Kollegen aus Frankreich und Polen, Laurent Fabius und Radoslav Sikorski, verhandelten seit in der Früh in der ukrainischen Hauptstadt mit Regierung und Opposition. Der Machtkampf in der Ukraine hat sich zuletzt zugespitzt. Laut offiziellen Angaben kamen seit Dienstag 67 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der Opposition ums Leben.

Viele Tote bei Straßenschlachten in Kiew

Während die Minister verhandelten entbrannten in den Straßen Kiews die schlimmsten Straßenschlachten seit Beginn der Proteste. Nach Angaben des Innenministeriums kamen dabei 39 Menschen ums Leben. Den Demonstranten zufolge waren es über 100.


Bild: © © Yannis Behrakis / Reuters

Auf dem Maidan-Platz im Zentrum der Hauptstadt beschossen sich Demonstranten und Sicherheitskräfte mit scharfer Munition. Die Regierung ließ mit Scharfschützen schießen. Das Gesundheitsministerium berichtete von 67 Polizisten, die als Geiseln genommen worden seien, während das Innenministerium ankündigte, die Polizei mit Waffen aus Militärbeständen auszurüsten.

Mehrere EU-Außenminister - darunter Frank-Walter Steinmeier aus Deutschland - trafen nur Hunderte Meter von dem Kämpfen entfernt Janukowitsch. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Abend, man arbeite an einer Vereinbarung, um die Gewalt zu beenden.


Bild: © REUTERS/Konstantin Grishin

Die Regierungsgegner übernahmen am Donnerstag nach einem dreistündigen Kampf wieder die Kontrolle über den Maidan. Sie warfen Brandsätze und Steine auf die Sicherheitskräfte. Diese hatten jüngst einen Teil des Platzes eingenommen. Im Laufe des Tages wurde der Maidan zu einer Todeszone. Auf Video-Aufnahmen waren Sicherheitskräfte zu erkennen, die von Dächern aus auf Demonstranten schossen.


Bild: © © Yannis Behrakis / Reuters

Auf anderen Bildern war ein Oppositioneller zu sehen, der Schüsse abgab. Regierungsgegner brachen getroffen zusammen oder kauerten hinter improvisierten Schutzschilden. Nicht auszumachen war, ob die Oppositionellen einheitlich vorgingen oder einzelne Gruppen die Auseinandersetzungen suchten. Seit Dienstag sind nach ukrainischen Regierungsangaben 67 Menschen ums Leben gekommen. Inoffiziellen Angaben sind es weit mehr.

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