Ukraine: Sex-Boykott gegen Russen

"Mach es nicht mit einem Russen" lautet das Motto der ukrainischen Aktivistinnen die mit einem Sex-Boykott gegen die Krim-Annexion mobil machen wollen. Wirtschaftssanktionen und Appelle prallten bisher an Moskau ab - nun geht es ans Eingemachte.

Ukraine: Sex-Boykott gegen Russen

Kiew . Moskau scheint im Ukraine-Konflikt unbeirrbar: Wirtschaftssanktionen und politische Appelle sind bisher an der russischen Regierung abgeprallt. Ukrainische Aktivistinnen wollen sich damit nicht abfinden und haben daher zu einem Sex-Boykott gegen Russen aufgerufen. "Mach' es nicht mit einem Russen", lautet das Motto der Kampagne.

Mit der im Online-Netzwerk Facebook gegründeten Initiative wollen sie ein Zeichen gegen Russlands Griff nach der Krim setzen. "Du musst den Feind mit allen Mitteln bekämpfen", fordern die Organisatorinnen. "Wir versuchen zu provozieren, weil das für Aufmerksamkeit sorgt", erklärt die ukrainische Autorin, Bloggerin und Musikerin Irena Karpa. Im Kern gehe es aber darum, "deine Würde, deine Freiheit, dein Mutterland" nicht aufzugeben. Der Aufruf richte sich vor allem gegen die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin. Die Initiative sei nicht rassistisch, betonte Karpa.

Auslöser sei die Annexion der Krim gewesen und "der riesige Appetit von Herrn Putin, der auf unserer östlichen Grenzen schielt". Die Kampagne sei von Geschäftsfrauen, Journalistinnen und Autorinnen in Leben gerufen worden. Die Gruppe verkauft auch T-Shirts. Der Erlös kommt ukrainischen Soldaten zugute.

Die Facebook-Seite der Aktivistinnen hat bereits 2300 Fans. In Russland sorgte der Aufruf zum Sex-Boykott für gemischte Reaktionen. Ein Facebook-Nutzer beklagte, es sei ungerecht, alle Russen für die Politik Putins in Sippenhaft zu nehmen. Gelassener reagierte eine Kommentatorin auf der kremlnahen Website "lifenews.ru": "Dann schlaft halt nicht mit russischen Männern, umso mehr bleiben für uns."

Die Ukraine hängt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch finanziell stark am Tropf Russlands. So hat es Moskau in der Hand, die europafreundliche Regierung des klammen Nachbarlands in arge Bedrängnis zu bringen. Möglich macht das eine Klausel in den Verträgen für eine drei Milliarden Dollar schwere ukrainische Staatsanleihe, die von Russland gehalten wird und noch bis Ende 2015 läuft.
 

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Hoffnung für die Ukraine: Das bereits im Juni bei einem EU-Gipfel unterzeichnete Assoziierungsabkommen soll am 16. September zeitgleich vom europäischen und ukrainischen Parlament ratifiziert werden. Die EU verzichtet bereits jetzt fast vollständig auf Zölle bei der Einfuhr von Waren aus dem krisengebeutelten Land. Ab Freitag treten neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland in Kraft.
 

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