Ukraine: Poroschenko will will Sicherheitsbündnis mit USA und EU

Ukraine: Poroschenko will will Sicherheitsbündnis mit USA und EU

Der neu gewählte ukrainische Präsident Petro Poroschenko strebt ein neues Sicherheitsbündnis mit den USA und Europa an. Dies sei notwendig, um sein Land "auch militärisch zu schützen", sagte der Oligarch der "Bild"-Zeitung. Er wolle den neuen Pakt zügig aushandeln. Einen schnellen NATO-Beitritt schloss Poroschenko aber aus. Dafür gebe in der Ukraine "momentan keine Mehrheit".

Sicherheit, garantiert von den USA und der EU, wünscht sich der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko. Ein schneller NATO-Beitritt kommt für ihn dagegen nicht in Frage. Poroschenko sagte weiter, der russische Präsident Wladimir Putin könnte mit seinem direkten Einfluss auf die Separatisten die Kämpfe in der Ostukraine beenden. Daher wolle er mit dem Kremlchef reden, der offensichtlich von dem eindeutigen Wahlergebnis überrascht worden sei.

"Ich bin sehr optimistisch und glaube, dass wir innerhalb weniger Monate Frieden finden können, wenn auch Russland dazu bereit ist. Danach müssen wir uns auf die Wirtschaft konzentrieren und den Kampf gegen die Korruption aufnehmen."

Die Gewalt in der Ostukraine bringt unterdessen den Einsatz der neutralen OSZE-Beobachter in Gefahr. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verlor am Mittwoch vorübergehend den Kontakt zu einer weiteren Beobachtergruppe. Die elf Mitarbeiter, darunter ein österreichischer Soldat, waren rund 250 Kilometer von Donezk an einem Kontrollposten festgehalten worden, brachten sich aber später wieder in Sicherheit.

OSZE-Vorsitzender Didier Burkhalter forderte in der Nacht auf Donnerstag die "sofortige und bedingungslose" Freilassung jener vier Beobachter, die am Montag bei Donezk verschleppt worden seien. Es handle sich um einen "Sabotageakt", der nicht geduldet werden könne. Die OSZE hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sie den Kontakt zu dem Team verloren habe. Prorussische Kämpfer sollen die vier Beobachter aus Dänemark, Estland, der Schweiz und der Türkei am Montagabend an einem Kontrollposten festgenommen haben.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk machte "aus Russland gelenkte Terroristen" für die Verschleppung der OSZE-Beobachter verantwortlich. Ein Führungsmitglied der Separatisten sagte hingegen der Agentur Interfax: "Uns ist nichts bekannt über ihren Aufenthaltsort oder ihr Schicksal."

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bei einem Treffen mit Jazenjuk und den Regierungschefs von Georgien und Moldau in Berlin besorgt über die Lage. "Wir werden alles daran setzen, hier auch diese Beobachter in Freiheit zu bekommen." Vor wenigen Wochen war ein OSZE-Team, darunter vier Deutsche, erst nach acht Tagen Geiselhaft in Slawjansk wieder freigekommen.

Bei neuen Gefechten zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Milizen kamen unterdessen mehrere Soldaten ums Leben. "Die Kämpfe dauern an, es gibt Verluste aufseiten der ukrainischen Soldaten und der Angreifer", teilte die Nationalgarde am Mittwochabend mit. Bereits den zweiten Tag in Folge wurde am Flughafen der Millionenstadt Donezk gekämpft. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde eine Militäreinrichtung auch mit Granatwerfern angegriffen.

Die prowestliche Führung geht in der Region mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen prorussische Kräfte vor, die weitgehend die Kontrolle über Donezk haben. Dabei wurden in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen getötet und verletzt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, es gebe keine Rechtfertigung, die Operation fortzusetzen. Bei einem Empfang warnte Lawrow zudem, die Ex-Sowjetrepublik stehe vor einem "brüdermordenden Krieg".

Der Westen bemüht sich unterdessen, den Gesprächsfaden zu Russland aufrecht zu erhalten. Frankreichs Präsident Francois Hollande will sich nächste Woche Freitag am Vorabend der D-Day-Gedenkfeier in Paris mit Putin treffen. Zu den Feierlichkeiten am 70. Jahrestag der Landung der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in der Normandie hat Hollande auch Poroschenko eingeladen.

So könnte Moskau die Ukraine in Finanznöte stürzen

Politik

So könnte Moskau die Ukraine in Finanznöte stürzen

Ukraine - Kiew: 4.000 russische Soldaten auf Krim zusammengezogen

International

Ukraine - Kiew: 4.000 russische Soldaten auf Krim zusammengezogen

EU stärkt Ukraine den Rücken: Parlament ratifiziert Assoziierungsabkommen

Spezial: Ukraine

EU stärkt Ukraine den Rücken: Parlament ratifiziert Assoziierungsabkommen