Ukraine: Mindestens 25 Tote und tausende Verletzte nach Ausschreitungen

Ukraine: Mindestens 25 Tote und tausende Verletzte nach Ausschreitungen

Mindestens neun Polizisten und ein Dutzend Demonstranten sind bei den Ausschreitungen getötet worden. Auch ein Journalist der ukrainischen Tageszeitung "Westi" wurde Opfer der Gewaltausbrüche. Präsident Janukowitsch verteidigte die Gewalt, Oppositionsführer Vitali Klitschko zeigte sich über das Ergebnis eines nächtlichen Krisentreffens enttäuscht.

Präsident Viktor Janukowitsch verteidigte den Einsatz von Gewalt. Die Opposition habe die "Grenzen überschritten", als sie ihre Anhänger auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew "zu den Waffen gerufen" hätten. Es handle sich um "Kriminelle, die vor Gericht gehören".

Das Gewerkschaftshaus am Maidan, das der Opposition als Hauptquartier diente, musste wegen eines Brandes evakuiert werden. Etwa 40 Menschen wurden nach Darstellung des eigenen medizinischen Dienstes des Maidan in Sicherheit gebracht. Nach Berichten von Augenzeugen war die Lage am Morgen zunächst ruhiger, aber weiterhin angespannt. Beide Seiten standen sich weiter gegenüber, mit gelegentlichen Zusammenstößen. Rauchschwaden zogen über das Zentrum. Die Metro der Millionenstadt war weiterhin komplett gesperrt.

Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko zeigte sich enttäuscht über den ergebnislosen Verlauf eines nächtlichen Krisentreffens. Janukowitsch reagiere unpassend auf die Lage. Der prorussische Präsident müsse die Einheiten sofort zurückziehen. Weitere Gespräche mit Janukowitsch schloss Klitschko vorerst aus. "Welche Verhandlungen kann es geben, wenn Blut vergossen wird?", sagte der Ex-Boxchampion.

Weitere Demonstranten mit Bussen nach Kiev gekommen

Janukowitsch warf den Regierungsgegnern seinerseits den Versuch einer gewaltsamen Machtübernahme vor. Sollten sich die Oppositionsführer nicht von radikalen Kräften distanzieren, werde er "andere Töne anschlagen", drohte der Präsident.

Nach unbestätigten Medienberichten liegen noch zusätzliche Leichen im Michailowski-Kloster der ukrainischen Hauptstadt aufgebahrt. Insgesamt sprechen die Behörden von bis zu 1.000 Verletzten.

Am Morgen kamen aus dem nationalistisch geprägten Westen der früheren Sowjetrepublik Busse mit weiteren Demonstranten in Kiew an. Zudem wollten Vertreter des russischen Außenministeriums in der ukrainischen Hauptstadt Gespräche über einen Ausweg aus der Krise führen. Die Proteste hatten im November begonnen, nachdem Janukowitsch ein unterschriftsreifes Abkommen mit der Europäischen Union auf Eis gelegt und sich Russland zugewandt hatte. Moskau gewährte dem finanziell klammen Nachbarn Milliardenkredite.

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