Ukraine dreht Krim den Geldhahn zu, Jazenjuk: "Geben keinen Zentimeter auf"

Keine Freunde, kein Geld - so ist die Rechnung der ukrainischen Übergangsregierung in Kiew. Sie hat die Konten der Krim-Regierung, die eine Abspaltung von der Ukraine und einen Anschluss an Russland herbeiführen will, gesperrt. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk macht klar: "Die Ukraine wird keinen Zentimeter ihres Gebiets aufgeben!"

Ukraine dreht Krim den Geldhahn zu, Jazenjuk: "Geben keinen Zentimeter auf"

Im erbitterten Streit um die Krim hat die neue prowestliche Regierung in Kiew der moskautreuen Führung der Halbinsel den Geldhahn zugedreht. Wegen einer Sperrung der Bankkonten könne das Autonome Gebiet laufende Geschäfte nicht mehr finanzieren, sagte Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew am Sonntag in Simferopol.

Die Führung habe sich bereits an Moskau gewandt, um bei russischen Banken Konten zu eröffnen. Die Halbinsel werde sowieso die russische Währung Rubel einführen, sollte die Mehrheit der Krim-Bevölkerung am kommenden Sonntag - wie erwartet - für einen Beitritt zu Russland stimmen, erklärte Temirgalijew. Die Partei Udar (Schlag) von Ex-Box-Champion Vitali Klitschko forderte am Sonntag die Schließung der ukrainischen Grenze mit Russland sowie eine Sperrung des Luftraums der Ex-Sowjetrepublik. Die Führung in Kiew müsse verhindern, dass "Provokateure" aus Russland ihre "Aggression" fortsetzen können.

Territoiraler Anspruch behauptet

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat in der Folge den Anspruch seines Landes auf territoriale Unversehrtheit einschließlich der Halbinsel Krim bekräftigt. Die Ukraine wird "keinen Zentimeter ihres Gebiets aufgeben", sagte Jazenjuk am Sonntag bei einer Kundgebung in Kiew, "das sollen Russland und sein Präsident wissen."

Anlass der Kundgebung vom Sonntag war der 200. Jahrestag des Geburtstags des ukrainischen Nationalhelden Taras Schewtschenko. Werke des am 9. März 1814 nahe Kiew geborenen Schriftstellers und Malers wurden bei den Massenprotesten auf dem Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt um den Jahreswechsel herum immer wieder vorgetragen. Der Romantiker gilt Ukrainern als Leitfigur im Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit.

Die Ukraine hängt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch finanziell stark am Tropf Russlands. So hat es Moskau in der Hand, die europafreundliche Regierung des klammen Nachbarlands in arge Bedrängnis zu bringen. Möglich macht das eine Klausel in den Verträgen für eine drei Milliarden Dollar schwere ukrainische Staatsanleihe, die von Russland gehalten wird und noch bis Ende 2015 läuft.
 

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Angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine hat Russland seine militärische Präsenz auf der im März annektierten Halbinsel Krim massiv verstärkt. Krim-Tartaren klagen gleichzeitig über Schikanen durch russische Truppen.
 

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Hoffnung für die Ukraine: Das bereits im Juni bei einem EU-Gipfel unterzeichnete Assoziierungsabkommen soll am 16. September zeitgleich vom europäischen und ukrainischen Parlament ratifiziert werden. Die EU verzichtet bereits jetzt fast vollständig auf Zölle bei der Einfuhr von Waren aus dem krisengebeutelten Land. Ab Freitag treten neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland in Kraft.
 

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(Reuters) - Seit Beginn der Waffenruhe in der Ostukraine haben die prorussischen Rebellen nach ukrainischen Angaben 648 Gefangene freigelassen. Die Ukraine bemühe sich, rund 500 weitere Gefangenen freizubekommen, sagte ein Sprecher des ukrainischen Militärs am Dienstag in Kiew. Präsident Petro Poroschenko hatte am Vortag erklärt, die Rebellen hätten rund 1200 Gefangene übergeben. Der Militärsprecher sagte dazu, Poroschenko habe sich auf die Gesamtzahl der Menschen bezogen, die in der Gewalt der Rebellen vermutet würden.
 

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