Ukraine: Klitschko zieht Kandidatur für Präsidentenwahl zurück

Die Präsidentenwahl in der Ukraine läuft auf einen Zweikampf zwischen der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und dem Unternehmer Petro Poroschenko hinaus. Am Samstag zog der frühere Profiboxer Vitali Klitschko seine Kandidatur zurück und erklärte seine Unterstützung für Poroschenko.

Ukraine: Klitschko zieht Kandidatur für Präsidentenwahl zurück

Kiew/Washington, 29. Mrz (Reuters) - Die demokratischen Kräfte müssten auf einen Kandidaten gebündelt werden, sagte er. Klitschko will sich nun um das Oberbürgermeister-Amt in der Hauptstadt Kiew bewerben. Im Konflikt des Westens mit Russland wegen der Ukraine deuteten sich unterdessen Bemühungen zur Entspannung der Lage an: US-Außenminister John Kerry wird US-Kreisen zufolge am Sonntag in Paris seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen. Dabei soll es um die Fortsetzung von Beratungen zur Beilegung der Krise gehen.

Der 48-jährige Politiker und Unternehmer Poroschenko, dessen Vermögen auf 1,3 Milliarden Dollar geschätzt wird, stellte sich schon früh an die Seite der Oppositionsbewegung gegen Präsident Viktor Janukowitsch, der dann nach wochenlangen Protesten abgesetzt wurde. Dem als "Schokoladenkönig" bekannten Oligarchen gehören unter anderem das Süßwaren-Unternehmen Roshen und der Fernsehsender TV5.

Aufruf zur Einigkeit

Poroschenko sagte, die Kräfte, die Janukowitsch gestürzt hätten, müssten zusammenstehen, um die großen Wirtschafts- und Sicherheitsprobleme der Ukraine zu lösen. "Ich bin überzeugt, es wäre ein Betrug an der Maidan-Bewegung, wenn wir nicht einig wären." Zahl und Größe der Herausforderungen, mit denen die Ukraine konfrontiert sei, erforderten diese Einigkeit. Wie seine Konkurrentin Timoschenko sprach er sich für eine Modernisierung der Armee aus. Die Agentur Interfax zitiert ihn mit den Worten: "Wir müssen eine neue, effektive und moderne ukrainische Armee aufbauen, die die Souveränität und territoriale Unversehrtheit unseres Landes verteidigen kann."

Poroschenko ist seit längerem in der Politik aktiv und hatte mehrere Ministerposten. 2004/05 unterstützte er die Orangene Revolution und zeigte danach Ambitionen für das Amt des Ministerpräsidenten, das seinerzeit aber Timoschenko erhielt.

Die Ukraine hängt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch finanziell stark am Tropf Russlands. So hat es Moskau in der Hand, die europafreundliche Regierung des klammen Nachbarlands in arge Bedrängnis zu bringen. Möglich macht das eine Klausel in den Verträgen für eine drei Milliarden Dollar schwere ukrainische Staatsanleihe, die von Russland gehalten wird und noch bis Ende 2015 läuft.
 

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Angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine hat Russland seine militärische Präsenz auf der im März annektierten Halbinsel Krim massiv verstärkt. Krim-Tartaren klagen gleichzeitig über Schikanen durch russische Truppen.
 

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Hoffnung für die Ukraine: Das bereits im Juni bei einem EU-Gipfel unterzeichnete Assoziierungsabkommen soll am 16. September zeitgleich vom europäischen und ukrainischen Parlament ratifiziert werden. Die EU verzichtet bereits jetzt fast vollständig auf Zölle bei der Einfuhr von Waren aus dem krisengebeutelten Land. Ab Freitag treten neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland in Kraft.
 

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(Reuters) - Seit Beginn der Waffenruhe in der Ostukraine haben die prorussischen Rebellen nach ukrainischen Angaben 648 Gefangene freigelassen. Die Ukraine bemühe sich, rund 500 weitere Gefangenen freizubekommen, sagte ein Sprecher des ukrainischen Militärs am Dienstag in Kiew. Präsident Petro Poroschenko hatte am Vortag erklärt, die Rebellen hätten rund 1200 Gefangene übergeben. Der Militärsprecher sagte dazu, Poroschenko habe sich auf die Gesamtzahl der Menschen bezogen, die in der Gewalt der Rebellen vermutet würden.
 

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