Ukraine: Donezk und Luhansk wollen Anschluss an Russland

Ukraine: Donezk und Luhansk wollen Anschluss an Russland

Russland fordert nun, das Wahlergebnis "auf zivilisierte Art und Weise ohne Gewalt" umzusetzen. Luhansk spaltet sich von der Ukraine ab und wird an den Wahlen am 25. Mai nicht teilnehmen. Donezk will zu Russland, die EU beschließt Sanktionen gegen russische Unternehmen auf der Krim.

Die Separatisten der selbsternannten "Volksrepublik Donezk" in der Ostukraine haben die Region zum souveränen Staat erklärt und den Beitritt zu Russland gefordert. Nach dem "Ausdruck des Willens des Volkes" bei dem Referendum vom Sonntag bitte er die Russische Föderation, die Aufnahme der "Volksrepublik Donezk" zu prüfen, sagte Separatistenführer Denis Puschilin am Montag.

Auch die Region Luhansk hat erklärt, sich als Folge des Unabhängigkeits-Referendums von der Ukraine abzuspalten und nicht an den Wahlen am 25. teilzunehmen. Die Region hat die Vereinten Nationen (UNO) gebeten, ihre Unabhängigkeit anzuerkennen.

Die Separatisten hatten am Sonntag von einer überwältigenden Zustimmung für die Abspaltung der beiden ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk von Kiew berichtet. Demnach stimmten in Donezk 89 Prozent für die Unabhängigkeit und in Luhansk 96 Prozent. Der ukrainische Übergangspräsident Oleksander Turtschinow sprach von einer "Farce". Nach einem ähnlichen Referendum hatte sich Russland Mitte März die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt.

Russland erkennt die Ergebnisse des Referendums in der mehrheitlich russischsprachigen Ostukraine an. Man respektiere den Wunsch der Menschen, teilte der Kreml mit. Das Ergebnis sei auf "zivilisierte Art und Weise ohne Gewalt" umzusetzen. Der ukrainische Separatistenführer Denis Puschilin bittet Russland nun darum, die Aufnahme der Region Donezk in die Russische Föderation zu erwägen. Tschechien verweigert Anerkennung

Anders als Russland reagiert Tschechien. Das Land erkennt die Ergebnisse der Sonntags-Volksabstimmungen nicht an. Nach Ansicht des Prager Außenministeriums haben die Abstimmungen "im Widerspruch zum Völkerrecht, zur ukrainischen Verfassung und elementaren demokratischen Prinzipien stattgefunden".

In der Erklärung Tschechiens steht, die Volksabstimmungen seien nur ein weiterer Schritt zur "gesteuerten Destabilisierung" des Südostens der Ukraine und "unzulässige Versuche einer weiteren Untergrabung der Souveränität und der territorialen Integrität des Landes".

EU erweitert Sanktionen

Die EU-Außenminister haben indessen in Brüssel neue Sanktionen gegen Russland im Krim-Konflikt beschlossen. Sie setzten zwei Unternehmen auf der Krim, die von Russland verstaatlicht wurden, auf eine schwarze Liste der EU, zudem wurden gegen 13 Personen Einreiseverbote und Kontensperrungen verhängt, wie Diplomaten sagten.

Bei den nun mit Sanktionen belegten Verantwortlichen handelt es sich mit einer Ausnahme um Ukrainer, wie Luxemburgs Außenminister Jean-Asselborn in der Früh dem Deutschlandfunk sagte. Der Beschluss sei noch eine Reaktion auf die "Abtrennung und Annexion der Krim", sagte der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Bereits zuvor hatten auf der EU-Sanktionsliste die Namen von 48 Ukrainern und Russen gestanden.

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