Putin dreht der Ukraine den Gashahn zu: Erdgas nur noch gegen Vorkasse

Putin dreht der Ukraine den Gashahn zu: Erdgas nur noch gegen Vorkasse

Russland will der Ukraine ab Juni nur noch gegen Vorkasse Gas liefern. Die Geschäfte würden derzeit auf Vorauszahlungen umgestellt, erklärte Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag in Moskau. Als Grund nannte er ausstehende Gasrechnungen in Milliardenhöhe.

Die pleitebedrohte Ukraine erhielt jahrelang verbilligtes Gas aus dem Nachbarland. Im Zuge des Konfliktes hat Russland die Rabatte aber gestrichen und verlangt nun den vollen Preis. Kiew weigert sich bisher, diesen zu zahlen.

Nach Angaben von Energieminister Nowak hatten die Behörden in Kiew bis Mittwoch Zeit, ihre offenen Gasrechnungen in Höhe von mehr als 3,5 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) zu begleichen. Seit März habe Moskau aber keine Zahlungen mehr erhalten. Russland könne und dürfe nicht länger als einziges Land "die Last tragen, die ukrainische Wirtschaft zu unterstützen", indem es der Ukraine Rabatte für Gas anbiete und Schulden erlasse, erklärte Nowak. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bereits Anfang April gedroht, sollte die Ukraine ihre Ausstände nicht begleichen, werde auf Vorkasse umgestellt. In dem Fall könnten die Gaslieferungen deutlich gedrosselt werden. Zahlreiche EU-Länder beziehen einen erheblichen Anteil ihres Gases über die Ukraine.

EU-Kommissar Günther Oettinger zeigte Verständnis dafür, dass die russische Gazprom die Begleichung ukrainischer Schulden verlangt. In einem Interview mit dem "Standard" (Freitagsausgabe) erklärte Oettinger, man müsse Gazprom in gewisser Weise schon auch verstehen, der Konzern stehe zu 49 Prozent im Eigentum Privater und müsse Gewinne machen. Ein Teil der russischen Forderungen, jene für tatsächlich geliefertes Gas, seien unstrittig. Es gebe aber auch Rechnungen, "die wir nicht nachvollziehen können", so der EU-Kommissar. Die internationalen Finanzhilfen sollten die Ukraine dabei unterstützen, ihre Altschulden zu begleichen.

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