Julia Timoschenko fordert harte Sanktionen gegen Moskau

Julia Timoschenko, die Chefin der ukrainischen Vaterlandspartei, hat die USA und die EU aufgefordert, entschlossenere Sanktionen gegen Russland zu setzen, um eine Annexion der Krim durch Russland zu verhindern

Julia Timoschenko fordert harte Sanktionen gegen Moskau

Julia Timoschenko hat die USA und EU aufgefordert, unverzüglich harte Sanktionen gegen Russland zu verhängen. "Bisher haben die Instrumente, die die USA und die EU eingesetzt haben, keine fühlbaren Ergebnisse gehabt", sagte Timoschenko am Freitag in Dublin der Nachrichtenagentur Reuters. Eine russische Annektion der Krim müsse verhindert werden.

Auf die Frage, wann weitere Sanktionen kommen müssten, sagte Timoschenko: "Sofort. Sie müssen sehr überzeugend für Putin sein und ein klares Signal senden, dass die Entwicklung nicht toleriert werden kann." Sie sieht vor allem die Atommächte USA und Großbritannien in der Pflicht, um Russland zu stoppen, weil sie 1994 im Budapester Memorandum zusammen mit Moskau die territoriale Integrität der Ukraine garantiert hätten.

Annexion der Krim wäre Krieg

Timoschenko nahm am Treffen der Europäischen Volkspartei EVP teil und traf dabei auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Timoschenko warnte davor, dass sich die Ukraine in einen Krisenherd entwickle, wenn man Russland gewähren lasse. Sollte sich Russland die Krim wirklich einverleiben, stehe man vor einem Krieg. "Die sofortige Konsequenz würde ein Widerstandskampf sein." Das Krim-Parlament hatte am Donnerstag einstimmig den Anschluss der Halbinsel an Russland beschlossen. Am Sonntag nächster Woche soll die Bevölkerung der Region darüber abstimmen. Timoschenko wie auch EU und USA halten dieses Vorgehen für illegal.

Sie habe Merkel eine Liste an neuen Sanktionsmaßnahmen vorgeschlagen, sagte Timoschenko, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Es gehe vor allem um wirtschaftliche Maßnahmen. Im Zuge des Umsturzes in Kiew war die frühere ukrainische Ministerpräsidentin aus der Haft entlassen worden.

Zur Behandlung in Berlin

In der Nacht ist die frühere ukrainische Ministerpräsidentin in Berlin eingetroffen. Sie will sich in der Universitätsklinik Charite wegen eines Rückenleidens behandeln lassen. Timoschenko landete am Abend am Flughafen Schönefeld. Von dort wurde sie direkt in das Spital gefahren. Über die Therapie will die Charite am Samstagnachmittag in einer Pressekonferenz informieren. Daran wird Timoschenko laut Klinik allerdings nicht teilnehmen.

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