Igor Kolomoyski: Brisante Oligarchen-Connection aus der Ukraine nach Wien

Igor Kolomoyski: Brisante Oligarchen-Connection aus der Ukraine nach Wien

Igor Kolomoyski, der umstrittene ukrainische Milliardär, stand lange Zeit hinte Präsident Janukowitsch. Jetzt hat er auf die Seite der radikalsten Maidan Platz-Aktivisten gewechselt. Zumindest finanziell ist Kolomoyski auch in Österreich präsent.

Laut Forbes-Liste ist Igor Kolomoyski mit einem Vermögen von 2,4 Milliarden Dollar der reichste Ukrainer. Über seine Privatbank, das größte Geldinstitut des Landes, laufen 20 Prozent aller Zahlungen der Ukraine. Hinzu kommt die Fluglinie Aerosvit und Beteiligungen an Schwerindustrie.

Der Präsident des Fußballklubs Dnjepr Dnjepropetrovsk hat aber auch eine enge finanzielle Bindung an Österreich. In Wien war er lange Gesellschafter der Cap Libra Handelsgesellschaft. Er soll auch über mehrere teure Immobilien in Innenstadt-Lage verfügen. Bemerkenswert: Sein Anwalt war der auf Ost-Geschäfte spezialisierte Erich Rebasso, der vor zwei Jahren zuerst entführt und dann ermordet wurde. Als sein Geschäftspartner in Wien fungierte die ukrainische Nummer 2 auf der Forbes-Liste, Genadij Bogoliubov, der mit seiner Graben 26 GmbH im Handelsgeschäft und mit Import-Export aktiv ist.

Umstrittener Milliardär

Kolomoyskis Rolle in der Ukraine ist höchst umstritten. Er stand lange hinter Präsident Janukowitsch. Seit dieser ihm aber die Airline wegnehmen wollte und auch die Geschäfte der Privatbank strenger überwachen wollte, hat er auf die Seite der radikalsten Maidan Platz-Aktivisten gewechselt: Die nationalistischen Swoboda-Gruppe.

Obwohl Kolomoyski selbst eine führende Rolle in der jüdischen Gemeinde der Ukraine inne hat, nimmt er die bisweilen antisemitischen Auswüchse der Swobodas in Kauf – der gemeinsame Gegner heißt Janukowitsch. „Das ist eine seltsame, aber wahre Logik, die bei vielen Oligarchen verankert ist. Bei der Wahl der Verbündeten ist man nicht zimperlich“, bestätigen Vertreter von NGOs wie Regierungspartei gleichermaßen.

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