So läuft der NSA-Lauschangriff in Wien

Strengstens bewacht, hören in der NSA-Einrichtung (Pötzleinsdorfer Straße 126-128) bis zu vierzig Personen gleichzeitig alle Kommunikationskanäle Wiens ab. Hier findet auch die erste Vorselektion der Daten-Flut statt.

So läuft der NSA-Lauschangriff in Wien

1. Antennen
Mehrere Antennen decken riesige Frequenzbereiche ab und ermöglichen Empfang von Funk- und Radiowellen.

2. Tarn-Kamine
Hinter als Rauchfängen getarnten Glasfasermatten sitzen weitere Antennen mit Reichweite bis zur UNO-City.

3. Technikraum
Eine Gartenhütte verfügt über zwei große Parabol-Antennen. Davor sind Kühlanlagen für die Super-Computer im Keller.

4. Sicherheit
Im Obergeschoss der Villa sind Schlafräume des US-Wachpersonals. Ein privater Sicherheitsdienst ist am Areal. Davor patroullieren Austro-Beamte.

5. Lausch-Angriff
In den Kellergeschossen sind Büros von NSA-Mitarbeitern und österreichischen Abhör-Spezialisten. Hier erfolgt die erste Selektion der Daten.

6. Bypass
Über eine unterirdische Anbindung an das Glasfasernetz erfolgt ein direkter Zugriff auf große Teile der Wiener Telekommunikation.

Das Areal gehört laut Grundbuch den Vereinigten Staaten von Amerika. Nicht so das dort arbeitende Personal. Etwa 20 bis 25 Österreicher gehen in den Kellergeschossen des Gebäudes ihrer vertraulichen Tätigkeit nach. Dem Abhören von rund 70 Prozent des Telekommunikationsverkehrs der Bundeshauptstadt. Unterstützt werden Sie dabei von einer unbekannten Anzahl von amerikanischen Geheimdienstmitarbeitern. Herzstück der Anlage: Ein Direktanschluss an eines der leistungsfähigsten Glasfaserkabel Österreichs. Der NSA-Horchposten ist quasi der Bypass aller Mails, Internetseiten-Aufrufe und Skype-Telefonate, die von Wien aus in die Welt geschickt werden - internationale Organisationen, Behörden, Botschaften, Unternehmen, Bankinstitute und Private inklusive.

In Wien erfolgt nur eine grobe Vorselektion der abgefangenen Informationen - für eine detaillierte Auswertung fehlen Rechenleistung und Manpower. Die Vorauswahl wird dann an größere NSA-Rechenzentren in Süddeutschland weitergeleitet. Ziel der Übung: Abwehr terroristischer Bedrohungen für die Vereingten Staaten und, nicht weniger wichtig, Industriespionage durch Informationszugriff auf sensible Daten von Banken und Unternehmen.

Ergänzt wird die Anlage durch klassische Antennen, die auch für den Zivilgebrauch unzulässige Frequenzen abgreifen können. Einige dieser Empfangseinrichtungen sollen hinter als Kaminen getarnten funk- und lichtdurchlässigen Matten verborgen sein. Und im repräsentativen Anwesen der Amerikaner in Wien arbeiten auch Spezialisten des bereits seit Jahrzehnten betriebenen FBIS (Foreign Broadcast Information Service), das öffentlich zugängliche Dokumente und Nachrichten an ausgewählte Empfänger in den USA weitergibt.

Video der "gemütlichen Fotosafari" am Sonntag :


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