Scharinger: "Viele Banker verstehen die Sparer nicht"

Scharinger: "Viele Banker verstehen die Sparer nicht"

FORMAT: Herr Scharinger, es sieht alles so aus, als wäre das Bankgeheimnis in Österreich nicht mehr zu halten. Was sagen Sie dazu?

Ludwig Scharinger: Scharinger: Das Bankgeheiminis wird bestimmt nicht fallen, hier wird sehr viel Unsicherheit verbreitet.

Wieso sind Sie davon eigentlich so überzeugt?

Scharinger: Erstens steht das Bankgeheimnis in Verfassungsrang. Bis das geändert wird, vergeht also viel Zeit. Und zweitens muss man ganz deutlich sagen, dass unser Bankgeheimnis ja nicht Geldwäsche oder kriminelle Gelder schützt.

Glauben Sie, dass für ausländische Kontoinhaber ebenfalls alles beim Alten bleibt?

Scharinger: Ich könnte mir vorstellen, dass man bei ausländischen Konten nachdenkt, wie ein Informationsaustausch vereinfacht werden könnte. Aber am Beispiel Deutschland - seit 2005 kann der Fiskus dort alle Konten einsehen - hat man gesehen, dass viel Geld auf einmal woanders hin gewandert ist. Es war eindeutig falsch, was die Deutschen gemacht haben. Es kann nicht sein, dass Finanzbeamte einfach ungestört in den Kontodaten der Bankkunden herumsurfen.

Wem geben Sie denn Schuld an dem aktuell vehementen Druck auf das Bankgeheimnis?

Scharinger: Der Druck geht von den Amerikanern aus. Dazu möchte ich aber schon sagen: Die Amerikaner sollen Druck auf ihre Steueroasen in der Karibik oder in Delaware machen und uns in Österreich in Ruhe lassen. Österreich ist jedenfalls keine Steueroase. Wir haben ja auch die Anonymität der Spareinlagen abgeschafft. Was sollen wir denn noch alles verschärfen? Die großen Gelder der Oligarchen waren ja nie in Österreich, sondern in Zypern, Luxemburg, der Schweiz und in Liechtenstein.

Unter ihren Bankerkollegen sind Sie aber einer der wenigen, die noch an den Verbleib des Bankgeheimnisses ernsthaft glauben ...

Scharinger: Das liegt daran, dass sich nur wenige Banker beim Sparbuch auskennen. Viele Bankmanager sind so abgehoben und so weit vom einfachen Sparer weg, dass sie dessen Sorgen nicht nachvollziehen können. Dem Sparer ist Privatsphäre das Allerwichtigste. Ich kenne sehr viele Sparer und weiß, dass man mit einem so wichtigen Gut vorsichtig umgehen muss. Die Bankkunden wurden in den letzten Jahren schon genug verunsichert.

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