Satellitenbilder entlarven Wachstumslügen

Satellitenbilder entlarven Wachstumslügen

Anhand von Satellitenbildern wollen amerikanische Ökonomen das Wohlstandsniveau eines Landes bestimmen – und so manche Wachstumslüge durchschauen.

Satellitenaufnahmen liefern einen genaueren Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes als so manche Statistik. Das zeigen die drei US-Ökonomen Vernon Henderson, Adam Storeygard und David Weil, die dazu vor kurzem einen Artikel in der angesehenen Volkswirtschafts-Fachzeitschrift „American Economic Review“ publiziert haben.

Dort, wo es viel Konsum gibt, ist auch Licht. Autos fahren, Straßen sind beleuchtet, aus Büros, Hotels und Wohnungen schimmert es hell, Freizeitparks blinken, Flughäfen und Fabriken sind ebenfalls erleuchtet.

Anhand der Veränderung der Helligkeit – denn naturgemäß ist es in dünner besiedelten Gegenden dunkler als in den dicht besiedelten – lässt sich auch die wirtschaftliche Entwicklung einer Region nachzeichnen. Wo es der Wirtschaft gut geht, werden laufend neue Lichter angeknipst. Zudem gibt es die Bilder aus dem Orbit schon seit rund vierzig Jahren.

Mit der Methode können aber auch Wachstumslügen entlarvt werden, behaupten die Forscher der Brown University: Die offiziellen Angaben stellten etwa afrikanische Staaten wie Angola und Nigeria in ein viel besseres Licht, als das die Satellitenbilder tun.

Auch für Länder wie Irak, Myanmar, Somalia und Libyen, wo es keine aktuellen Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt, lässt sich anhand der Aufnahmen aus dem All eine Schätzung treffen. Daher schlagen die Wissenschaftler vor, dass internationale Organisationen wie die Weltbank künftig auch Nachtaufnahmen der Länder in ihren Berechnungen berücksichtigen sollen.

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