Rücktritt: Eva Glawischnig ist als Grünen-Chefin abgetreten

Rücktritt: Eva Glawischnig tritt als Bundessprecherin der Grünen ab.

Rücktritt: Eva Glawischnig tritt als Bundessprecherin der Grünen ab.

Schon seit längerem wurde über einen Rücktritt der Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig spekuliert. Nun hat die 48-jährige Politikerin alle Funktionen zurückgelegt.

Die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig zieht sich aus der Politik zurück. Sie hat alle Funktionen, die der Bundessprecherin, der Klubobfrau und ihr Nationalratsmandat zurückgelegt. Kolportierte Nachfolgerin als neue Chefin der Grünen ist die Tirolerin Ingrid Felipe, die aktuell auch stellvertretende Bundessprecherin ist. Eine Bestätigung dafür steht allerdings noch aus. Eine erste Entscheidung könnte beim am Freitag stattfindenden Bundesvorstand der Grünen fallen. Der Bundeskongress der Grünen wird im Juni abgehalten. Der Termin könnte der 25. Juni sein. Zumindest interimistisch hat Felipe gemeinsam mit Werner Kogler die Parteiführung bereits übernommen.

Weitere Namen, die genannt wurden sind die der EU-Mandatarin Ulrike Lunacek un der Salzburger Landessprecherin Astrid Rössler. Van der Bellens Wahlkampfleiter Lothar Lockl hat bereits abgewunken. "Derzeit kommt eine parteipolitische Funktion für mich nicht infrage", sagte er, "ich stehe bis auf weiteres nicht zur Verfügung."

Spekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt Glawischnigs gab es bereits seit längerem. Nach der Bundespräsidentenwahl und vor allem nach dem Konflikt mit den Jungen Grünen, der im Rausschmiss von Flora Petrik mündete, war Glawischnig auch parteiintern stark unter Druck geraten. Ihre nun bekannt gegebene Entscheidung begründete sie mit "gesundheitlichen Gründen." Die Jungen Grünen sehen nun eine Chance auf einen Neuanfang.

Kritik an Kurz und Sobotka

Glawischnig eine "Kärntner Wirtshaustochter", hatte als Umweltaktivistin und Juristin begonnen und war bei den Grünen lange die Nummer zwei hinter dem nunmehrigen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gewesen, ehe sie im Jahr 2008 die Parteiführung übernahm.

Noch am Dienstag, als sich die Regierung auf den 15. Oktober als Termin für vorgezogene Nationalratswahlen geeinigt hatte, gab sich Glawischnig kämpferisch und betonte, dass die Grünen dennoch weiterhin konstruktive Arbeit im Parlament erwarten und drängte darauf, dass die Bildungsreform und die Ökostromnovelle noch zu einem Abschluss gebracht werden. "Ich bin gespannt, wie sich die Kurz-ÖVP entscheidet: Stellt sie die Bereiche Macht und Posten in den Mittelpunkt, oder geht es ihr doch auch darum, sich konstruktiv für wichtige Reformen einzusetzen", erklärte die Grüne Klubobfrau.

Auch beim Eurofighter-Untersuchungsausschuss drängte Glawischnig auf ein konstruktives Weiterarbeiten. "Die Chance auf Aufklärung muss ein zentrales Anliegen aller sein, denn hier geht es auch um einen möglichen Milliarden-Betrag, den die Republik Österreich, also die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, zurückbekommen könnte", sagte sie. Bei der Nationalratssitzung am 16. Mai hatten die Grünen außerdem noch einen Misstrauensantrag gegen Innenminister Wolfgang Sobotka eingebracht.

"Sobotka hat über Monate immer wieder provoziert und sich als arbeitsunwillig gezeigt", schoss Glawischnig in Richtung des Innenministers und bezeichnete ihn als "Brandstifter, Störer und "Sprengmeister der Koalition."

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