Ex-ÖGB-Chef und Sozialminister Rudolf Hundstorfer gestorben

Ex-ÖGB-Chef und Sozialminister Rudolf Hundstorfer gestorben

Rudolf Hundstorfer *19.9.1951 +20.8.2019

Der frühere ÖGB-Chef und Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist im 68. Lebensjahr infolge eines Herzinfarkts verstorben.

Der frühere ÖGB-Präsident und Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist tot. Wie die Gewerkschaft mitteilte, ist Hundstorfer Dienstagfrüh (20. August) im Alter von 67 Jahren verstorben.

Der von der SPÖ im Jahr 2016 bei der Wahl zum Bundespräsidenten nominierte Politiker erlag im Urlaub auf der kroatischen Insel Brač überraschend einem Herzinfarkt.

Hundstorfer war bis zuletzt als Funktionär aktiv. Erst am Dienstag vergangener Woche absolvierte er seinen letzten öffentlichen Auftritt: In seiner Funktion als Präsident der Volkshilfe Wien eröffnete er eine neue Sozialeinrichtung für obdach- und wohnungslose Menschen in Wien-Donaustadt. Hundstorfer wurde 67 Jahre alt, am 19. September hätte er seinen 68. Geburtstag gefeiert.

Erst am Dienstag vergangener Woche absolvierte er seinen letzten öffentlichen Auftritt als Präsident der Volkshilfe Wien. Ebenfalls bis zu seinem Tod war der in dritter Ehe verheiratete Vater einer Tochter als Präsident der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO).

"Mit Rudolf Hundstorfer verlieren wir einen großen Sozialdemokraten und wahren Menschenfreund, der unschätzbar Wichtiges zur Verbesserung des Lebens der Menschen geleistet hat", sagten SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. Trauer herrschte auch in sämtlichen Landes- und Vorfeldorganisationen der Partei sowie dem Parlaments-und Wiener Rathausklub. Seine Trauer drückte auch Bürgermeister Michael Ludwig aus.

Trauerbekundungen reichten von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kanzlerin Brigitte Bierlein über die eigene Partei und die Gewerkschaft bis zu den Vertretern aller politischer Lager. Gewürdigt wurden vor allem Hundstorfers soziales Engagement und Handschlagqualität.

Van der Bellen würdigte den Verstorbenen als umgänglichen und heiteren Menschen, "mit dem ich jeden Austausch sehr geschätzt habe, auch während unserer gemeinsamen Kandidatur zur Präsidentschaft". "Rudolf Hundstorfer hat sich um unser Land besonders verdient gemacht", schrieb Bierlein. Sozialministerin Brigitte Zarfl ehrte ihn als "einen der profiliertesten Sozialpolitiker der Zweiten Republik".

In der Gewerkschaft herrschte Betroffenheit. Hundstorfer habe den ÖGB in einer schwierigen Zeit als Präsident übernommen, erinnerte sich ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. Auch ÖGB-Vizepräsident und Christgewerkschafter Norbert Schnedl zeigte sich bestürzt, ebenso die Spitzen der Teilgewerkschaften und Fraktionen im ÖGB, der Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer, der Sozialversicherung, Interessensvertretungen und NGOs.

Hundstorfers respektvollen Umgang mit allen politischen Lagern betonten auch sämtliche Parteien abseits der SPÖ sowie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), der dessen Handschlagqualität erwähnte. Auch der Österreichische Sport trauerte um Hundstorfer, der seit 2016 Präsident der Bundes-Sportorganisation (BSO) war, unter anderem ÖOC-Präsident Karl Stoss sowie ÖFB-Präsident Leo Windtner.


Digitales Kondolenzbuch

Die Bestattung Wien hat für Rudolf Hundstorfer ein digitales Kondolenzbuch online [=> LINK] gestellt. Die Einträge sollen gesammelt und der Familie des Verstorbenen nach Abschluss der Trauerfeierlichkeiten in Buchform übergeben werden. Ein Termin für die Trauerfeierlichkeiten stand indes noch nicht fest.


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