Raidl, Demner und Kraft-Kinz finden klare Worte zu den FPÖ-Wahlkampf-Plakaten

Nun reicht es auch den Wirtschafts-Lenkern: Drei führende Manager stellen sich gegen die Wahlkampflinie der FPÖ unter H.C. Strache im EU-Wahlkampf.

Claus Raidl von Böhler Uddeholm: „Wir bemühen uns als Wirtschafter seit Jahren, ein positive Image des Wirtschaftsstandortes Österreich aufzubauen. Und dann schaden solche Politiker dem Österreichbild und tun so, als ob wir keine Vergangenheit hätten. Es ist fürchterlich, dass Politiker trotz dieser historischen Belastung, die Österreich hat, kein Gefühl dafür entwickelt haben, dass solche Aussagen politisch unerträglich sind.“

"Solche Plakate schaden massiv"
Auch Werber Jan Marius Demner sieht den Ruf Österreichs durch den FPÖ-Wahlkampf beschädigt: „Solche Plakate schaden massiv. Es handelt sich ja um keine vereinzelten Ausritte, sondern um eine Methode, die die FPÖ über Jahrzehnte immer wieder praktiziert hat. Da Österreich im Bezug auf seine Vergangenheit und dem Umgang damit naturgemäß unter besonderer internationaler Beobachtung steht, schadet die FPÖ - im Glauben sich selbst zu nutzen - massiv dem Ansehen des Landes.“ Demner erwartet, dass sich potentielle Touristen abgeschreckt fühlen.

Konkrete Folgen wie Ebensee
Georg Kraft-Kinz, Vorstand der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, ärgert sich über die Wirkung auf den Standort: „Österreich rückt nicht nach rechts. Aber jene, die mit der Angst der Menschen vor dem Anderen spielen, gefährden das Klima der Offenheit und damit den Wirtschaftsstandort Österreich. Wer in Wortwahl und in der Form Grenzen überschreitet, schadet dem Standort, seiner Wirtschaft und damit den Menschen, die von ihr leben.“ Außerdem habe die Wahlkampflinie konkrete Folgen, meint Demner: „Solche Ansagen der Politik führen dann direkt zu Aktionen wie in Ebensee.“

Von Martina Madner

Kommentar
Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in Wien

Standpunkte

Koalition mit der FPÖ: Gelegenheit und Gefahr zugleich

Politik

Christian Konrad: "Das wird nicht meine Wunschregierung"

Politik

Pensionsdebatte: Ruf nach längerer Lebensarbeitszeit