Politologe Plasser: „Plakat passt nicht zur David-Go­liath-Konstellation zwischen SPÖ und ÖVP“

Die Wiener ÖVP versucht im Wahlkampf mit einem besonderen Schmäh zu punkten: Sie affichiert in der Stadt eigene Plakate mit dem Konterfei des Wiener Bürgermeis­ters Michael Häupl. Der dazugehörige Slogan lautet: „Frischer Wind für Wien“. Eigentlich ein absolutes No-Go in Wahlkampagnen, den politischen Gegner zu präsentieren. Das sagen auch zwei ausgewiesene Fachmänner auf ihrem Gebiet, Werber Mariusz Jan Demner und Politikwissenschaftler Fritz Plasser. Für Werbeprofi Demner ist es unverständlich, warum die ÖVP den politischen Mitbewerber in die eigene Werbung mit einbezieht: „Die Verdichtung eigener Botschaften ist schon schwer genug.“ Und er glaubt, dass die Kampagne für die ÖVP sogar einen gegenteiligen Impact haben könnte. „Häupl wirkt darauf jünger und dynamischer als in sonstigen Darstellungen – das könnte anders als intendiert aufgenommen werden – nämlich: Häupl dreht auf.“

Auch Politologe Plasser lässt an der Kampagne kein gutes Haar: „Dieses Plakat passt nicht zur David-Go­liath-Konstellation zwischen SPÖ und ÖVP, sondern eher zu einem direkten Bürgermeister-Duell.“ Beim Wähler könnte das ÖVP-Sujet den Eindruck erwecken, dass die Partei gar keine eigenen Positionen habe, analysiert Plasser.

Peter Pelinka

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