Parlament goes Uni: Gesetze statt Vorlesungen

Wo derzeit noch Studenten pauken, könnten schon bald Gesetze beschlossen werden: Die Wirtschaftsuniversität (WU) in Wien-Alsergrund könnte ab 2014 als Übergangsquartier für das österreichische Parlament dienen, erfuhr FORMAT aus Wiener Immobilienkreisen.

Da das Parlament um gut 295 Millionen Euro umgebaut und saniert werden soll, müssen die 183 Nationalratsabgeordneten für rund drei Jahre in eine Ausweichbleibe wechseln. 18.000 Quadratmeter brauchen die Abgeordneten samt ihren Mitarbeitern und den Klubs. Das könnte die WU locker anbieten. Informelle Gespräche zwischen Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), dem Eigentümer der WU, und dem Parlament fanden bereits statt.

„Ob es tatsächlich zu einer Vermietung kommt, hängt von den Anforderungen des Parlaments ab“, erklärt BIG-Sprecher Ernst Eichinger. Das WU-Gebäude wird jedenfalls ab 2013 frei, weil die Universität in eine neue Liegenschaft nahe dem Prater zieht. Derzeit ist gemeinsam mit den Bundesbahnen ein Nachnutzungskonzept in Arbeit. Wie dieses aussehen wird, ist völlig offen. Zu klären ist noch, ob die Gleisanlagen unter dem Bau weiter verwendet werden.

Sollte der Deal mit der BIG nicht zustande kommen, wäre es freilich einfach, ein anderes Ausweichquartier zu finden: Ob der nicht sonderlich rosigen Lage am Wiener Büroimmobilienmarkt reißen sich derzeit Immobilienentwickler um potenzielle Großmieter. Genannt wurde etwa auch das Projekt des Bauträgers BAI in Wien-Mitte. Ab 2013 sind in dem Gebäudekomplex fast 62.000 Quadratmeter Bürofläche fertiggestellt. Das Parlament wiederum will sich zu möglichen Standorten derzeit nicht äußern. Man wolle den Preis nicht unnötig treiben, heißt es.

Kommentar
Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in Wien

Standpunkte

Koalition mit der FPÖ: Gelegenheit und Gefahr zugleich

Politik

Christian Konrad: "Das wird nicht meine Wunschregierung"

Politik

Pensionsdebatte: Ruf nach längerer Lebensarbeitszeit