Griss gibt ÖVP-Klubobmann Lopatka einen Korb

Griss gibt ÖVP-Klubobmann Lopatka einen Korb

Die ÖVP hat Wünsche: Irmgard Griss soll Rechnungshof-Präsidentin werden. Sie selbst will davon nichts wissen.

Die unterlegene Bundespräsidentschaftskandidatin soll mit Unterstützung der ÖVP zur Präsidentin des Rechnungshofes gewählt werden. Griss hält sich mehrere Optionen offen. Das ÖVP-Angebot lehnt sie jedoch ab. Sie will "weitermachen" und Diskussion von Hofer und Van der Bellen moderieren.

Wien. Die ÖVP hat der gescheiterten Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss angeboten, sie als unabhängige Kandidatin für das Amt des Rechnungshof-Präsidenten vorzuschlagen. Angetragen hat ihr dies ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka, berichteten die "Salzburger Nachrichten" vorab. Griss sagte zunächst offenbar weder ab noch zu, teilte der APA aber mit, ein öffentliches Amt sei nie ihr vorrangiges Ziel gewesen.

Das Angebot hatte Griss, die als parteifreie Kandidatin den Einzug in die Bundespräsidentenstichwahl recht knapp verpasst hatte, bereits vergangenen Montag erhalten. Sie habe sich Bedenkzeit erbeten, so eine Sprecherin Lopatkas.

In Griss' Büro wurde letzteres jedoch bestritten. Im Ö1-Abendjournal teilte Griss persönlich unmissverständlich mit, dass sie für das Ansinnen der ÖVP nicht zur Verfügung stehe. Griss bestätigte, Lopatka habe ihr Unterstützung um das Amt der Rechnungshof-Präsidentin angeboten, das sie aber nicht anstreben will: "Ich bewerbe mich nicht um das Amt."

Schriftlich ließ die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs zuvor am Nachmittag die APA wissen, dass sie Spekulationen nicht kommentiere. "Mein vorrangiges Ziel war nie und ist es auch jetzt nicht, ein öffentliches Amt innezuhaben. Mir ging es bei meiner Kandidatur um Inhalte und darum, etwas zu verändern und zu gestalten - diesen Weg will ich mit meinem Team fortsetzen."

Klar ist für Griss aber: "Wir machen weiter." In einer zweitägigen Klausur in der Steiermark habe sie mit ihrem 27-köpfigen Team diskutiert, wie es nach ihrem "Erfolg bei der Wahl am 24. April" weitergehen könne.

Das Ergebnis: "Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir auf jeden Fall weitermachen. Ich spüre eine Verantwortung gegenüber meinen Wählerinnen, Wählern und den vielen Unterstützern. Diesen Auftrag möchte ich wahrnehmen und einen Beitrag zu einer positiven Entwicklung in Österreich leisten." In welcher Form das geschehen soll, sei noch offen. "Das muss genau überlegt werden und braucht seine Zeit", so Griss. Zum jetzigen Zeitpunkt sei nichts auszuschließen. "Wir denken in alle Richtungen."

Im Rahmen des derzeitigen Bundespräsidentschaftswahlkampfs lädt Griss die beiden Stichwahlkandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen zu einer von ihr moderierten öffentlichen Diskussion ein, bei der es um Sachthemen gehen soll. "Ich halte nichts von Wahlempfehlungen, möchte aber auf diesem Weg den Bürgerinnen und Bürgern eine Entscheidungshilfe bieten. Die Diskussion soll beispielgebend für einen neuen politischen Stil sein."

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