Österreicher blicken mit Sorge und Skepsis ins Jahr 2016

Österreicher blicken mit Sorge und Skepsis ins Jahr 2016

Die Angst vor Terroranschlägen und die Flüchtlingssituation stimmen nach der Silvester-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS die Österreicher pessimistisch. Selbst die Vorteile aus der Steuerreform, die ab 1. Jänner 2016 Erleichterungen und vor allem mehr Geld für den Großteil der Steuerzahler bringt, kann den Österreicher nicht milde stimmen. Die guten Vorsätze bleiben unverändert: Die Österreicher wollen mehr für die Gesundheit tun.

Linz/Wien. Die Mehrheit der Österreicher geht pessimistisch in das Jahr 2016. Mit Sorge oder Skepsis blicken 59 Prozent in die nahe Zukunft. Der Anteil der Optimisten beträgt dagegen nur 31 Prozent. Die Flüchtlingssituation sowie die Terroranschläge in Europa trüben die Stimmung. Das geht aus der Silvester-Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Am wenigsten Grund zur Freude sehen Frauen, die Generation 60+ sowie untere soziale Schichten. Männer, junge Leute und jene aus höheren Bildungsschichten sind hingegen eher frohen Mutes. Die persönliche Situation sowie eine grundsätzlich positive Lebenseinstellung sind die Ursachen für die Gemütsaufhellung. Doch die Optimisten werden mit jedem Jahr weniger. Seit 2009 geht ihr Anteil stetig zurück.

Im Vergleich zu den vergangenen 44 Jahren, in denen regelmäßig die Silvester-Umfrage durchgeführt wird, ist die Stimmung der Österreicher heuer sogar fast am Tiefpunkt angelangt. Nur 1982 war sie mit einem Anteil von 64 Prozent Pessimisten noch schlechter. Auf eine triste, von Firmenpleiten gekennzeichnete Anfangsphase folgte aber ab 1985 ein Umschwung in ein stark positives Lebensgefühl. 1989 blickten 62 Prozent der Befragten zuversichtlich ins kommende Jahr. Weniger Freude bescherte wieder das darauffolgende Jahrzehnt. Seit Beginn des neuen Jahrtausends überwiegt fast jedes Jahr eine negative Grundstimmung in der Bevölkerung.

Gründe für den sich auch heuer fortsetzenden Abwärtstrend sind außer der aktuellen Flüchtlingsproblematik (46 Prozent Nennungen) und der Terrorangst (27) die negative Wirtschaftslage (21 Prozent) sowie die eigene unzufriedenstellende Arbeitsplatzsituation (19 Prozent).

Für viele ist der Jahreswechsel auch Anlass, etwas im Leben zu ändern. Fast jeder Dritte hat Vorsätze gefasst, vor allem Frauen, Personen unter 60 und Menschen mit höherer Bildung. An oberster Stelle bei der angestrebten Neuorientierung steht - auch heuer wieder - die Gesundheit. Mehr Sport (39 Prozent), ein bewussterer Lebensstil (33 Prozent), gesündere Ernährung (31 Prozent) und eine Gewichtsabnahme (26 Prozent) lauten die Top-Vorsätze.

Die Meinungsforscher haben sich auch danach erkundigt, wie es denn zuletzt mit der Umsetzung aussah: Immerhin gaben rund drei Viertel an, teilweise erfolgreich gewesen zu sein.

Für die Silvesterumfrage wurden zwischen 10. November und 3. Dezember 1.015 Österreicher ab 16 Jahren interviewt.

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Franz C. Bauer, trend-Redakteur

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