Wien-Wahl: Nichtwähler als Zünglein an der Waage zwischen SPÖ und FPÖ

Die Nichtwähler können bei den Landtagswahlen in Wien am 11. Oktober das Zünglein an der Waage sein. Die Stimmen derer, die nicht nicht sicher sind, ob sie zur Wahl gehen, können entscheiden, ob der nächste Bürgermeister Michael Häupl oder H.C. Strache heißt.

Wien-Wahl: Nichtwähler als Zünglein an der Waage zwischen SPÖ und FPÖ
Wien-Wahl: Nichtwähler als Zünglein an der Waage zwischen SPÖ und FPÖ

Michael Häupl oder H.C. Strache? Die Nichtwähler könnten am 11. Oktober die Wahl entscheiden.

SPÖ oder FPÖ? Häupl oder Strache? Auf diese Fragen scheint sich in den letzten Tagen vor den Wien-Wahlen am 11.Oktober alles zu konzentrieren. Welcher der beiden am Wahlabend der lachende Sieger sein wird, das können auch jene entscheiden, die noch nicht sicher sind, ob sie überhaupt zur Wahl gehen wollen.

Einer neuen, vom Markt- und Meinungsforschungsunternehmen meinungsraum.at durchgeführten Studie zufolge sind dieser Gruppe aktuell etwa 19,5 Prozent zuzurechnen (300 von 1.540 Befragten gaben an, nicht sicher zu sein, ob sie wählen wollen). Je nachdem, wie es den Parteien gelingt, diese noch Unentschlossenen zu mobilisieren, sehen die Meinungsforscher Vorteile für eine der beiden Parteien.

Den größten Effekt hätte die Mobilisierung der Nichtwähler den Meinungsforschern zufolge für die SPÖ. Bei der der Frage nach d er fiktiven Parteipräferenz - also welche Partei man wählen würde, wenn man denn wählen ginge - zeigt sich, dass die SPÖ mit 34 klar vorne liegt. 18 Prozent würden der FPÖ, 11 Prozent der ÖVP und jeweils 9 Prozent den Grünen oder den Neos ihre Stimme geben. „Das bedeutet, dass die SPÖ den größten Stimmenanteil an die Nichtwähler verliert“, sagt Studienleiterin Christina Matzka.

Nichtwähler: Kritisch und frustriert

In der Gruppe der Nichtwähler zeigen der Studie zufolge auch klare demografische Unterschiede. 62 Prozent der Nichtwähler sind Frauen und 38 Prozent Männer. Ein Drittel (32 Prozent) ist unter 30 Jahre alt. Das Bildungsniveau der Nichtwähler liegt unter dem Durchschnitt.

Nur 15 Prozent der Nichtwähler können aufgrund von Terminen oder Urlauben nicht wählen gehen. Für beachtliche 27 Prozent von ihnen dagegen bietet keine Partei richtige Antworten auf die Zukunftsfragen Wiens. In dieser Gruppe ist der Frustfaktor besonders hoch. Jeder zweite Befragte hat das Gefühl, dass „niemand wirklich meine Interessen vertritt“. 29 Prozent sind „von der Politik und den Parteien enttäuscht“.

Analysiert man die Motive und die Einstellung der Nichtwähler weiter, so hört man schnell harte Kritik. Beachtliche 27 Prozent halten nichts von der Politik und den Politikern, bezeichnen sie als "alle Lügner“ und 26 Prozent sind derart frustriert von der Politik, dass sie Wahlen generell für sinnlos halten. Neun Prozent begründen das Nicht-Wählen damit, dass sie grundsätzlich an Politik nicht interessiert sind.

Themen mit denen es den Parteien noch gelingen könnte, Nichtwähler anzusprechen und zu motivieren wären die „Schaffung von Arbeitsplätzen“ (82 Prozent), mehr „Steuergerechtigkeit“ (80 Prozent). Die Flüchtlingsproblematik bewegt die Nichtwähler dagegen weniger. Nur für 47 Prozent ist eine „Reduktion von Zuwanderung“ wichtig. Demgegenüber stehen 46 Prozent der Wiener Befragten, denen eine „verstärkte Integration“ wichtig wäre. Das Thema Flüchtlinge und Integration scheint das Nichtwähler-Lager somit in zwei in etwa gleich große Lager zu spalten.

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