Umfrage: Mehrheit der Österreicher hat wenig Vertrauen in EU-Kommission

Umfrage: Mehrheit der Österreicher hat wenig Vertrauen in EU-Kommission

Mangelnde Transparenz und gegenseitige Lähmung sind laut einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) schuld, dass die Mehrheit der Österreicher kein Vertrauen in EU-Kommission sowie Europarlament haben. 65 Prozent der Bevölkerung stehen der Kommission skeptisch gegenüber, nur 27 Prozent vertrauen ihr.

Wien/Brüssel. Die neue EU-Kommission muss sich das Vertrauen der Österreicher noch erarbeiten. Einer am heutigen Dienstag veröffentlichten Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) zufolge stehen nämlich 65 Prozent der Österreicher der Brüsseler Behörde skeptisch gegenüber, lediglich 27 Prozent haben Vertrauen in sie.


Demnach haben zwei Prozent "sehr großes" und 25 Prozent "eher großes" Vertrauen in die EU-Kommission. 48 Prozent sprechen von "geringem Vertrauen", für 17 Prozent ist es "gar nicht vorhanden". Kaum besser sind die Werte des Europaparlaments, dem 33 Prozent der Österreicher vertrauen (fünf Prozent "sehr" und 28 Prozent "eher"). 60 Prozent stehen der EU-Volksvertretung skeptisch gegenüber, wobei 16 Prozent ihr "überhaupt nicht" vertrauen.

Ressort für EU-Nachbarschaftspolitik wird als wichtig empfunden

Zufrieden sind die Österreicher der Umfrage zufolge mit dem neuen Ressort für EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP), der am heutigen Dienstag seine Anhörung im Europaparlament absolviert. 64 Prozent der Befragten halten das Ressort EU-Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen für wichtig, 28 Prozent sehen es als unwichtig an.

ÖGfE-Leiter Paul Schmidt führt die nicht vorhandenen Vorschusslorbeeren für die neue EU-Kommission und das neue Europaparlament darauf zurück, dass sich die beiden Institutionen in den vergangenen Jahren gegenseitig gelähmt hätten. Auch die mangelnde Transparenz spiele eine Rolle.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft im September 2014 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 519 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Die Schwankungsbreite betrage höchstens 4,5 Prozent in beide Richtungen.

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