Rot, Blau, Grün, Schwarz, Pink: Die Wien-Wahl in Grafiken

Rot, Blau, Grün, Schwarz, Pink: Die Wien-Wahl in Grafiken
Rot, Blau, Grün, Schwarz, Pink: Die Wien-Wahl in Grafiken

Wahlsieger, alter und neuer Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien: Michael Häupl

Die Landtagswahlen in Wien sind geschlagen. Das erwartete Kopf-an-Kopf Rennen um den Bürgermeister-Sessel zwischen der SPÖ und der FPÖ ist ausgeblieben. Michael Häupl und seine SPÖ bleiben klar vor Hans Christian Strache und seiner FPÖ. Wahrscheinlich ist, dass die Rot-Grüne Koalition weitergeführt wird. Die Entscheidung darüber fällt in den nächsten Wochen. Die ÖVP stürzt ab, die NEOS ziehen in den Landtag ein.

Wahlergebnis

Die Wien-Wahl ist geschlagen. Sie bringt wie jede Wahl Sieger und Verlierer, doch an der Machtverteilung in der Bundeshauptstadt ändert sich dennoch wenig. In Mandaten bedeutet das vorläufige Endergebnis, dass die SPÖ auf 44 Sitze kommt (minus fünf). Die FPÖ gewann sieben Sitze und entsendet künftig 35 Abgeordnete in das Rathaus - und hat damit die Verfassungs-Sperrminorität. Die Grünen kommen auf 9 Mandatare (-2), die ÖVP auf sieben (-6). Die NEOS ziehen mit fünf Abgeordneten in das Wiener Landesparlament ein.

Rote Hochburg

Die SPÖ bleibt damit weiterhin seit 1945 die stärkste Kraft in der Bundeshauptstadt, während bei der ÖVP der seit Mitte der 1980er Jahre anhaltende Abwärtstrend weiter anhält. Die Schwarzen sind bei der Wahl 2015 erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke gerutscht und somit nur noch die viertstärkste Kraft in der Stadt. Gleichzeitig mit dem Abschwung der ÖVP hat der Aufschwung der FPÖ eingesetzt. Sie liegt nun in der Wählergunst dort, wo die ÖVP vor 30 Jahren war.

Koalitionsvarianten

Alle Wege führen über Rot - die Entscheidung über die künftige Regierungskoalition soll in den nächsten Wochen fallen. Bürgermeister Michael Häupl hat versprochen, "nicht zu trödlen". In fünf Wochen könnte die Regierung stehen.

Häupl sticht Strache

Auch im Falle einer Direktwahl wäre Herausforderer H.C. Strache dem Bürgermeister Michael Häupl unterlegen. Die Wählerbefragung zeigt, dass sich Häupl in allen untersuchten Milieus durchgesetzt hätte.

Themen, die bewegten

Strache zu verhindern war einer der wichtigsten Gründe, weshalb die Wiener 2015 SPÖ ankreuzten. Das Thema Asyl und Ausländer war hingegen nur für die FPÖ-Kernwähler von zentraler Bedeutung. Die Grünen konnten wie die Neos vor allem mit ihrem Programm punkten. Sachthemen wie Umwelt- oder Steuerpolitik waren für die Wahlentscheidungen weniger bedeutend.

Flüchtlingspolitik

Tausende Flüchtlinge auf den Bahnhöfen und den Straßen der Stadt und der Umgang mit den Refugees: Willkommen oder nicht willkommen - das Thema beschäftigte und beeinflusste auf welche Art auch immer die Wahlentscheidung von mehr als der Hälfte der Wähler.

Blaue Erfolge

Für HC Strache ist das Ergebnis der Wien Wahl 2015 das bisher beste außerhalb Kärntens. Bei den Wahlen im Jahr 2009, als der im Oktober 2008 tödlich verunglückte Jörg Haider noch in allen Köpfen war, hatte die FPÖ dort 44,9 Prozent geholt.

Gewinner und Verlierer

Seit 2013 haben sowohl die SPÖ als auch die ÖVP bei allen Wahlen durchwegs Stimmenanteile verloren. Einzige Ausnahme: Die EU-Wahl 2014, bei der die SPÖ magere 0,4 Prozentpunkte zulegen konnte. Am meisten profitiert hat davon die FPÖ, aber auch die Grünen und die NEOS konnten punkten. Für die Grünen ist die WIen Wahl 2015 die erste, bei der sie Stimmenanteile abgeben mussten. Die neu gegründeten NEOS haben klarerweise überall Prozentpunkte gewonnen, haben aber bei den vergangenen drei Landtagswahlen im Burgenland, der Steiermark und in Oberösterreich jeweils den Einzug in den Landtag verpasst.

Kernzonen

Die fünf im neuen Landtag vertretenen Parteien sind nicht in allen Bezirken gleich stark, wie die folgende Grafik zeigt. Auch geografisch zeigen sich interessante Verteilungen. Grün, Schwarz und Pink ziehen eher im Westen, Rot im Osten, Blau im Norden und Süden.

Innere Stadt

Die Wahlkarten waren in einigen Bezirken am Ende noch das Zünglein an der Waage. In der Inneren Stadt ist es der SPÖ nun doch nicht gelungen, die ÖVP abzulösen. Vor der Auszählung der Wahlkarten hielt die SPÖ noch bei 1543 Stimmen (24,94 Prozent) und die ÖVP bei 1509 Stimmen (24,39 Prozent). Am Ende machte aber doch die ÖVP mit dem Spitzenkandidat Markus Figl das Rennen. Er kam auf 25,7 Prozent der Stimmen, die SPÖ liegt mit einem Abstand von 137 Stimmen (24,2 Prozent) auf dem zweiten Platz.

Bezirksvertreter

Einen Machtwechsel gibt es im Bezirk Währing. Hier eroberten die Grünen Platz eins (28,1 Prozent) vor der ÖVP (27,3 Prozent). Die Grünen halten nun zwei Bezirksvertretungen. Die FPÖ kann dagegen am Ende doch nicht zwei, sondern nur einen Bezirksvorstand für sich reklamieren. In Floridsdorf kam die SPÖ am Ende auf 38,4 Prozent der Stimmen, die FPÖ nur auf 37,2 Prozent. So bleibt den Blauen am Ende nur der Erfolg in Simmering, wo sie mit 41,8 Prozent die SPÖ (40,8 Prozent) überholten.

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