LH-Vize Schickhofer: Die neue rote Waffe

Der designierte steirischeVize- Landeshauptmann Michael Schickhofer: "Bin ein inhaltlich orientierter Mensch"

Der designierte steirische Vize- Landeshauptmann Michael Schickhofer wollte schon mit 14 politisch mitmischen. Jetzt kann er gleich versuchen die SP aus dem Tief zu holen.

Der 36-jährige Schickhofer, der Wirtschaft, Jus und Politikwissenschaften studiert hat, startet als SP-Landeshauptmann-Vize mit viel Pathos. So will er künftig den "Kampf gegen Armut und soziale Wärme aufrecht halten". Seine Einstellungen, sein Werdegang.

Nach nur zwei Jahren in der Landesregierung, macht die Partei den junge steirische Sozialdemokrat Michael Schickhofer (36) zum Landehauptmann-Vize. Der nach eigenen Angaben "inhaltlich orientierte Mensch" folgt Franz Voves als Erster in der SPÖ-Regierungsriege nach und muss eine an der Basis unzufriedene Partei zusammenhalten. In der Regierung übernimmt er die Ressorts Finanzen (von Bettina Vollath), Gemeinden und das neue Ressort für Regionalentwicklung.

Soziale Wärme und das Unverständnis in der SP

Schickhofer geht allerdings mit einer Hypothek in die nächsten fünf Jahre: Die SPÖ hat der steirischen ÖVP den von Franz Voves geräumten Landeshauptmannsessel überlassen. Die Genossen in den anderen SPÖ-Landesorganisationen können allerdings nicht nachvollziehen, warum der schwer angeschlagene Voves zurücktrat und ein junger SP-Politiker nicht gleich zum Landeshauptmann gekürt wurde.

"Will Offenheit pflegen"

Schickhofer selbst sagte am Mittwoch bei der Präsentation der designierten Regierungsmannschaft und des Regierungsübereinkommens "Koalition.Zukunft.Steiermark": "LH Franz Voves hat mich vor viele Herausforderungen gestellt, jetzt ist es die größte. Er hat mir eines mitgegeben: Die Parteiinteressen haben hintanzustehen, wenn es um Jobs, Lebenssituation der Menschen und die Zukunft des Landes geht." Er habe bisher in seiner Arbeit alles darangesetzt, alle Parteien einzubinden. "Wir werden die Offenheit weiter pflegen." Armut bekämpfen und soziale Wärme aufrechterhalten sei ihm ein absolut wichtiges Anliegen. Die FPÖ, die einen aggressiven Anti-Asyl- und Ausländerwahlkampf geführt hatte, will er einbinden: "Ich lade die Freiheitlichen ein - wenn sie bessere, tolle Lösungen haben, wenn etwas sinnvolles vorgeschlagen wird, werden wir es umsetzen".

Reformen sollen fortgeführt werden

Den Verzicht auf die LH-Funktion trotz des Status als stimmenstärkste Partei konnte Schickhofer argumentieret er wie folgt: "Das ist das Verhandlungsergebnis und diskutiert worden." Ihm gehe es vor allem um Sachfragen, "ich bin ein inhaltlich orientierter Mensch". Es gehe auch darum, die auf zehn Jahre angelegte Arbeit nach fünf Jahren fortzusetzen. Mit Hermann Schützenhöfer werde es auch keine Spielchen geben, so Schickhofer gegenüber der APA. Auf die Frage, ob die ÖVP den LH-Posten verlangt habe oder die SPÖ ihn von sich aus angeboten habe, gab es keine Antwort. Schützenhöfer hielt es auf entsprechende Fragen eine Stunde zuvor ziemlich ähnlich. Schickhofer meinte lediglich, mittelfristig sei es das Ziel, "die LH-Verantwortung wieder zu holen".

Mit 14 schon Bedürfnis politisch mitzumischen

Der aus der oststeirischen Industriestadt Weiz gebürtige Michael Schickhofer (geb. 20. 12 1979) hat nach der Matura 1998 ein Jahr lang Zivildienst geleistet und dann in Graz und Wien Betriebswirtschaft, Jus und Politikwissenschaft studiert. 1995 heuerte er bei Magna Presstec in Weiz an. Der Wechsel in die Partei soll unkompliziert von statten gegangen sein. Voves soll der Erzählung nach zu Stronach gesagt haben: "Du den brauch ich." Stronach wollte ihn aber zunächst halten und gesagt haben: "Den geb ich aber nicht her." Aber die Politik hat in offenbar schon in frühen Jahren gepackt. Laut Schickhofers Erzählungen wollte er schon mit 14 Jahren in der Partei mitarbeiten und sei deshalb zum Bürgermeister gegangen. Er ist nun nicht nur beim obersten Chef des Landes gelandet, er hat ihn auch gleich abgelöst, wenn derzeit auch nur als Vize-Landeshauptmann.

Seit 2005 zuständig für Gemeinde- und Regionalentwicklung

2005 wurde er Referent für Gemeinden- und Regionalentwicklung im Büro von Voves, eine Erfahrung, die ihm im neuen Job als Landesrat für Regionalentwicklung zu Gute kommt. 2010 bis 2013 saß er im Nationalrat, im Jänner 2013 kam er als Nachfolger von Elisabeth Grossmann in die Landesregierung und war für Bildung, Jugend und Familie zuständig. Schickhofer gilt als bisher unauffälliger, aber sachkundiger und engagierter Arbeiter. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter, vier und sechs Jahre alt. Sein politisches Avancement wird von der Familie mitgetragen, wie er sagte: "Zeit für meine Töchter muss aber immer sein."

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