Häupl, die letzte

2015 kommt der Umbruch in der SPÖ. Drei Jobs sind zu haben: Kanzler, Präsidentschaftskandidat und Wiener Bürgermeister. Die Hauptrolle spielt: Michael Häupl.

Häupl, die letzte

Er ist der letzte verbliebene "Großpolitiker“ der Sozialdemokratie. Was darunter zu verstehen ist? Michael Häupl verfügt über so ziemlich alle Eigenschaften, die der ideale Politiker haben sollte. Er ist leutselig, hat einen echt guten Schmäh, verbunden mit einer ordentlichen Portion Wortgewalt, was ja in Wien nicht ganz unwichtig ist.

Michael Häupl wirkt über sämtliche gesellschaftliche Milieus hinweg, er fremdelt weder am Stammtisch noch beim Diskurs mit Universitätsprofessoren oder Generaldirektoren. Und Michael Häupl ist der letzte in der SPÖ, der so etwas wie gesamthaftes strategisches Denken sein Eigen nennt. Wäre Machiavelli heute tätig, ein Kapitel in seinem "Fürsten“ wäre mit Sicherheit diesem "Michele da Vienna“ gewidmet. Macht, absolute Ausübung, Machterhalt - auch darin hat es der 65-Jährige zur Meisterschaft gebracht.

Seit 20 Jahren regiert Häupl die Stadt, die einzige Agglomeration dieses Landes von internationaler Bedeutung. Die Metropole blüht. Zu welchen Kosten, sei ausgeklammert, ist hier nicht Thema.

Aber Michael Häupl ist müde geworden, Abnützungserscheinungen werden sichtbar. Die Wiener SPÖ als politische Organisation ist ebensowenig attraktiv wie die Bundes-SPÖ, frischer Wind in Häupls engstem Führungszirkel nicht auszumachen. Er hat wie so viele bestimmende Persönlichkeiten verabsäumt, einen logischen Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin aufzubauen.

Dennoch: Häupls letzte Wahl 2015 wird zur personellen Zäsur für die SPÖ. In allen Szenarien spielt Michael Häupl ein letztes Mal die Schlüsselrolle. Gelingt ein achtbares Ergebnis um die 40 Prozent, bleibt er nicht nur im Amt, sondern macht auch den neuen Kanzler. Zwei hat er schon gestürzt, der dritte wird folgen. Im Kern geht es darum, eine für die Sozialdemokratie attraktivere Frontfigur zu finden, die breitere Gruppen als nur Pensionisten anspricht. Vereinfacht formuliert: So einen wie den in Saft stehenden Häupl, nur für den Bund halt.

Scheitert der Ottakringer - bei unter 35 Prozent - ist auch er Geschichte. Die SPÖ könnte entgegen ihrer Tradition in Nachfolgekämpfen versinken. Auch da wird sie sowohl im Bund als auch in Wien an der personellen Erneuerung, der die inhaltliche folgt, nicht vorbeikommen. Immerhin: Dann sind gleich drei Spitzenjobs zu vergeben.

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