Frauenquote: Heinisch-Hosek fordert höheren Anteil von Privatwirtschaft

Frauenquote: Heinisch-Hosek fordert höheren Anteil von Privatwirtschaft

In österreichischen Börsenunternehmen finden sich nur zwölf Prozent weibliche Aufsichtsräte.

Zwar ist der Frauenanteil in der Wirtschaft gestiegen, doch er liegt immer noch weit hinter den Männern zurück. Ab 2016 sollen in Deutschland die Aufsichtsräte der 108 größten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent aufweisen. Die österreichische Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) nimmt dies zum Anlass, dass auch für privatwirtschaftliche Unternehmen in Österreich eine Frauenquote eingeführt wird. Bisher gelte nur für staatsnahe Betriebe ein Anteil von 36 Prozent.

Angesichts der Einigung auf eine Frauenquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte börsennotierter und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland, forderte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) auch für Österreich ähnliche Schritte. Bisher gilt lediglich für Unternehmen, an denen der österreichische Staat mit mindestens 50 Prozent beteiligt ist, eine Frauenquote.

Während in eben diesen staatsnahen Betrieben der Frauenanteil bereits bei 36 Prozent liege - gesetzliches Ziel sind 35 Prozent bis 2018 - hinke die Privatwirtschaft "deutlich nach", monierte Heinisch-Hosek. In den Aufsichtsräten der österreichischen börsennotierten Unternehmen liege der Anteil weiblich besetzten Mandaten bei lediglich 12 Prozent. "Das muss sich ändern. Auch hier braucht es eine Quote", so die Frauenministerin. Insgesamt sind es 55 Unternehmen, bei 44 davon hält der Staat einen 100 Prozent-Anteil und beschickt den gesamten Aufsichtsrat.

Forderung nach Regelung auf europäischer Ebene

Heinisch-Hoseks Parteikollegin im EU-Parlament, Evelyn Regner, nahm die deutsche Einigung zum Anlass, Deutschland zu mehr Kooperation auf EU-Ebene aufzufordern. Dort hatte das EU-Parlament im vergangenen Jahr für eine Frauenquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten großer Unternehmen gestimmt. "Seither blockiert vor allem Deutschland eine Umsetzung in der Runde der EU-Mitgliedsstaaten", so Regner. Auch Heinsch-Hosek erklärte: "Eine Regelung auf europäischer Ebene wäre ebenfalls ein guter Schritt".

Wie im deutschen Koalitionsvertrag festgeschrieben, sollen Aufsichtsräte von 108 voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen, die ab dem Jahr 2016 neu besetzt werden, einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent aufweisen. Von der CSU geforderte Ausnahmen oder Härtefallregelungen wird es nicht geben.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte im Frühjahr ausgerechnet (auf Basis der Zahlen von Ende 2013), dass 233 Männer in diesen Unternehmen ihren Platz im Aufsichtsrat für eine Frau freimachen müssten - 142 davon von der Kapitalseite. Weitere sieben Unternehmen erfüllen die Kriterien, sind aber als Europäische Aktiengesellschaft (SE) organisiert. Auch für sie sollen die Regelungen gelten.

Die Quote muss nicht 2016 erfüllt werden, sondern ist anschließend bei der turnusgemäßen Neubesetzung des Gremiums zu berücksichtigen. Anders als bisher geplant kann die Mindestquote von den Vertretern von Anteilseignern und Arbeitnehmern jeweils zusammen erfüllt werden, sofern beide dies wollen. Eine getrennte Berechnung hätte das Erreichen der Quote schwieriger gemacht, weil die Arbeitnehmerbänke heute schon einen höheren Frauenanteil aufweisen als die der Arbeitgeber.

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