Österreich "punktgenau" auf Corona-Prognose unterwegs

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigt zusätzliche Evaluierungen der Maßnahmen an. Die erste Zwischenbilanz werde daher erst am Montag präsentiert. Innenminister Karl Nehammer appelliert an das Durchhaltevermögen, warnt aber auch vor Betrügereien und Fake News.

Österreich "punktgenau" auf Corona-Prognose unterwegs

Innenminister Karl Nehammer (li.) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wird erst am Montag nach weiteren Evaluierungen eine Zwischenbilanz abgeben, inwieweit die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus wirken. Eines sagt er jedoch vorab, um keine falsche Hoffnung, aber auch keine falsche Sorgen zu schüren. "In Österreich ist der Höhepunkt der Infektionen noch nicht erreicht", betont Anschober. Gegenüber den Corona-Hotspots Lombardei in Italien ist Österreich in der Entwicklung der Coronavirus-Ausbreitung noch etwa 14 Tagen hinterher, gegenüber der Schweiz ist es etwa eine Woche.

"Aber eines kann man bereits sagen: Wir liegen in der Entwicklung in Österreich punktgenau auf den Zahlen der Prognosen", sagt Anschober. Über das Wochenende wird die Bundesregierung noch weitere Evaluierungen durchführen. Dann werde man sehen, inwieweit die Maßnahmen ihr Wirkungen erzielen. Am Montag wird die Regierung die erste Zwischenbilanz über die Wirksamkeit der Maßnahmen präsentieren.

Ziel sei es weiterhin, die Zuwachsraten erst einmal in den einstelligen Bereich zu bekommen. "Nach 30 und 25 Prozent vor 17 Tagen haben wir es mit den Maßnahmen geschafft die Zuwachsraten auf unter 20 Prozent zu bekommen, was unser erstes Ziel war." Derzeit sind in Österreich 7040 Menschen am Coronavirus erkrankt. Das sind im Vergleich zu 24 Stunden bevor ein plus von 18 Prozent. An eine Lockerung der Maßnahmen noch vor Ostern, wie es bereits über Soziale Medien gerüchtweise verbreitet wird, sei daher nicht zu denken. Bis Ostern wolle man in den "einstelligen Bereich" bei Neuinfizierten kommen. "Wir rechnen mit dem Höhepunkt in der Zeit von Mitte April bis Mitte Mai", so der Gesundheitsminister. Je später der Höhepunkt erreicht wird, desto niedriger fällt die Zahl der Neuinfizierten aus. Und desto erfolgreicher sind auch die gesetzten Maßnahmen", betont Anschober.

In Österreich gibt es 52 Todesfälle [Stand Freitag, 27.3.2020]. Von den 7040 Infizierten sind über 800 erkrankt, 128 werden in Intensivstationen behandelt. 125 Menschen sind bereits genesen. "Ich gehe davon aus, dass wir in der Realität schon weiter sind", so Anschober.

Appelle und Strafen

„Je erfolgreicher wir mit den Maßnahmen sind, desto geringer ist der Peak, aber es wird dann auch erst länger dauern, bis der Höchststand der Erkrankungen erreicht wird", sagt Anschober. Die Ausgangsbegrenzungen werden weiterhin bis Ostern unverändert bleiben

Innenminister Karl Nehammer appelliert daher an das Durchhaltevermögen der Bevölkerung: "Bitte halten Sie durch, es ist angesichts der Entwicklung umso notwendiger die Einschränkungen einzuhalten." In der nächsten Zeit müssten daher die Beschränkungen "auf hohem Niveau weiter aufrecht erhalten werden, damit die Kurve abgeflacht wird". Der Großteil der Menschen verhalte sich vorbildlich und würde sich an die Vorgaben halten. "Diejenigen, die sich nicht daran halten, sind Lebensgefährder", so Nehammer.

Übertretungen finden weiterhin durch sogenannte private Corona-Partys statt, zu denen die Polizei gerufen wird. Eine neue Gefährdung sind "Spuckattacken" gegen Polizei oder andere Personen. Nehammer bekräftigt einmal mehr, dass derartige Übertretungen rigoros bestraft werden. Der Strafrahmen belauft sich bei 3600 Euro, bei unerlaubten Lokalöffnungen werden Strafen von 30.000 Euro verhängt. Die "Spuckattacken" haben ein strafgerichtliches Verfahren zur Folge.

Zweifache Tests

Anschober will die Zahl der Tests steigern. 15.000 dieser PCR-Tests auf SARS-CoV-2 pro Tag wurden erst am Dienstag [24.3.2020] als Zielgröße ausgegeben. "Wir sind derzeit bei 40.000 Tests", sagt Anschober. In 40 Laboren werden die Tests derzeit ausgewertet. Am Tag 3 nach der Ankündigung ist man somit noch unter der Zielgröße. Es fehle noch an Reagenzien, die vom Weltmarkt beschaffen müssen. Die Industrie arbeite auf Hochdruck, Nachschub sei in Sicht. Aber der Markt für die Reagenzien sei derzeit umkämpft. "15.000 bis 17.000 Tests sind momentan möglich", sagt der Gesundheitsminister.

Zu den bisherigen Tests bei Personen mit CoVid-Symptomen und deren Kontaktpersonen soll in einer "zweiten Phase" auch weitere Personengruppen, etwa Personen in Gesundheitsberufen, getestet werden, "um schneller eingreifen zu können", wie Anschober betont. "Die dabei eingesetzten Antikörpertest sagen uns nicht das Faktum ich bin krank, sondern du bist irgendwo infiziert worden", so Anschober.

"Die könnten eine große Chance werden." In Deutschland ist in diese Richtung bereits eine große Studie in Vorbereitung, die klären soll, wie viele Menschen nach einer durchgemachten Infektion bereits gegen Covid-19 immun geworden sind.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wollen Wissenschafter ab April das Blut von über 100.000 Probanden auf Antikörper gegen den Covid-19-Erreger untersuchen. In weiterer Folge werden die Probanden in regelmäßigen Abständen erneut gecheckt, um das Fortschreiten der Pandemie zu überwachen. Die Forscher wollen damit herausfinden, wie weit sich SARS-CoV-2 schon ausgebreitet hat und wie viele infizierte Menschen es tatsächlich tötet.

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