Öl- und Gasheizungen: Ausstieg bis 2040 fixiert

Die Bundesregierung verschärft das Tempo für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Kohle, Öl und Erdgas werden für Heizzwecke verboten, der Einbau von Gasheizungen im Neubau bereits ab 2025.

Öl- und Gasheizungen: Ausstieg bis 2040 fixiert

Fossile Brennstoffe sollen nicht mehr zum Heizen verwendet werden. Ab 2025 geht es auch den Gasheizungen an den Kragen.

Vertreter des Umwelt- und des Finanzministeriums haben sich heute mit den Bundesländern darauf geeinigt, Kohle-, Öl-und Gasheizungen schrittweise zu verbieten. Der Ausstieg soll in zwei Schritten erfolgen: Kohle und Öl sollen nur noch bis 2035 für die Raumheizung verwendet werden dürfen, Erdgas bis 2040.

Ab 2022 muss beim Ersatz einer bestehenden Kohle- oder Ölheizung ein klimafreundliches Heizsystem eingebaut werden muss. Ab 2025 sind Kohle- und Ölkessel im Bestand, die ein bestimmtes Alter erreicht haben, auszutauschen. Der zweite Schritt legt den Ausstieg aus fossilem Gas in der Raumwärme bis 2040 fest. Dieser ist analog zum Stufenplan für Kohle und Öl vorgesehen und beinhaltet ein Einbauverbot von Gasheizsystemen in Neubauten ab 2025 und einen kompletten Ausstieg aus Gasheizungen bis 2040.

1,5 Millionen Haushalte betroffen

In Österreich heizen derzeit noch mehr als eine halbe Million Haushalte mit Öl und etwa eine Million Haushalte mit Gas. Um den schrittweisen Ausstieg aus den fossilen Energien hin zur klimafreundlichen Raumwärme zu erleichtern, stellt das Klimaschutzministerium 650 Millionen Euro an Förderungen für die kommenden zwei Jahre für den Heizungstausch und die Gebäudesanierung zur Verfügung. Für besonders einkommensschwache Haushalte werden zusätzlich 100 Millionen Euro bereitgestellt.

"Mit unseren Förderungen für den Ausstieg lösen wir über 4,5 Milliarden Euro an Investitionen aus und schaffen und sichern an die 64.000 regionale, klimafreundliche Arbeitsplätze", erklärte Umweltministerin Leonore Gewessler.

Aufruf: Sanierung forcieren

Umweltschutzorganisationen fordern gleichzeitig auch Initiativen zur Reduzierung des Energieverbrauchs von Gebäuden. "Die naturverträgliche heimische Energie wird nur dann ausreichen, wenn auch der Energieverbrauch der Gebäude massiv gesenkt wird. Neben dem Ausbau der Wärmedämmung muss eine konsequente Raumplanung die Zersiedelung stoppen, um auch die Verkehrsemissionen zu senken", erklärte sagte WWF-Energiesprecher Karl Schellmann.

Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000, fordert ebenfalls eine Forcierung des Energiesparens: "Die Aktivitäten bei der Gebäudesanierung gilt es zu verdoppeln, damit der Energieverbrauch reduziert werden kann." Derzeit liege die Sanierungsrate bundesweit bei etwa 1,4 Prozent und sei damit weit entfernt von der angepeilten Sanierungsrate von 3 Prozent.

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