NR-WAHL 2017: Die Unternehmerquoten der Parteien

NR-WAHL 2017: Die Unternehmerquoten der Parteien

Eine seltene Spezie: Unternehmer im österreichischen Parlament.

Wie viele Unternehmer sitzen im nächsten Parlament? Geht es nach den Bundeslisten, haben die Neos die Nase weit vorn.

Echte Unternehmer im Parlament sind selten, und sie sind in den letzten Jahren noch seltener geworden. Am vehementesten hat die Bedürfnisse der Klientel in der letzten Periode vermutlich der Salzburger Hotelier Sepp Schellhorn vertreten, der im Namen der Neos lautstark gegen Bürokratisierung kämpfte. Doch wie sieht es mit dem unternehmerischen Potenzial im künftigen Nationalrat aus?

Der trend hat die Bundeslisten der bei der Wahl am 15. Oktober antretenden Parteien durchstöbert und alle Kandidaten identifiziert, die sich explizit als "Unternehmer" bezeichnen. In der SPÖ sind das exakt fünf, was bei 461 Kandidaten eine Quote von 1,1 Prozent ergibt. Die traditionelle Unternehmerpartei ÖVP wartet mit sechs von 100 auf. Von ihnen hat die größten Chancen auf einen tatsächlichen Einzug ins Parlament die Listenachte Tanja Graf, die auch auf der Salzburger Landesliste kandidiert. Die geschäftsführende Gesellschafterin der 25 Personaldienstleistungs-GmbH ist nebenher auch Vizechefin des Salzburger Wirtschaftsbundes.

Unternehmerquoten der Parteien

Unternehmerquoten der wahlwerbenden Parteien

Doch die Arbeit der von Matthias Strolz angeführten Neos hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich von den Pinken die meisten Unternehmer angezogen fühlen, die auch bereit sind, sich auf eine Liste setzen zu lassen. 58 von 344 Neos-Kandidaten fallen unter diese Kategorie, was eine Quote von 16,9 Prozent ergibt. Unter den Top Ten sind zwei gelistet: Neben Wirtschaftssprecher Schellhorn auf Rang fünf kandidiert Michael Bernhard auf Rang acht. Der Wiener Call-Center-Unternehmer ist seit 2014 Finanzreferent im Parlamentsklub der Neos.

Dass die Liste Pilz mit 7,7 Prozent auf Rang drei zu liegen kommt, ist weniger auf ihre besonders unternehmerfreundlichen Positionen als auf den simplen Umstand zurückzuführen, dass ihre Bundesliste nur 26 Namen lang ist. Und da machen sich zwei Kleinunternehmerinnen eben statistisch entsprechend bemerkbar: Neben Stephanie Cox auf Platz zwei, die unter anderem eine Berufs- und Orientierungsmesse für Flüchtlinge gegründet hat, kandidiert mit Herta Emmer auf Rang 14 eine burgenländische Buchhandelskleinunternehmerin. Eher ist die Pilz-Liste übrigens eine Liste der Akademikerelite: Gleich sechs Universitätsprofessoren befinden sich darauf, das sind 23 Prozent.

Die FPÖ, seit jeher die Partei der Freiberufler wie Anwälte, Ärzte oder Notare, hat anteilsmäßig mit 3,7 Prozent übrigens etwa gleich viele Unternehmer in ihrem Kandidatenarsenal wie die Freie Liste Österreich, die aus ehemaligen FPÖ-Leuten besteht: Die Truppe von Barbara Rosenkranz und Karl Schnell kommt auf 3,2 Prozent.

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