New York: 85 Prozent stimmten im Big Apple für Barack Obama

Der Wiener Professor Peter Weinberger unterrichtet an der University of New York.

Die Stadt New York hat sich massiv für Barack Obama entschieden (Manhattan: 85,1 %, Queens: 74,4 %, Brooklyn: 78,9 %, Bronx: 88,2 %), der Staat New York selbst, einer der drei bevölkerungsreichsten Staaten der USA, trug mit insgesamt 62,1 % zu seinem Erfolg bei. Entscheidend für dieses eindeutige Votum war eine Allianz aus Hochgebildeten, liberal Gesinnten sowie dem spanisch sprechenden („Hispanic“) sowie schwarzen („Afroamerican“) Bevölkerungsanteil. Die Rassenfrage hat, wie übrigens in fast allen Bundesstaaten, in New York keine Rolle gespielt. Es war eine Wahl zwischen Reich und Arm, zwischen Stadt und Land. Je weiter weg der Wahlbezirk von der Stadt New York lag, umso geringer war die Zustimmung für Obama. Als ausschlaggebend für das eindeutige Wahlergebnis erwiesen sich vor allem die wirtschaftliche Situation, der Krieg im Irak (und Afghanistan) und McCains Nähe zur verhassten Bush-Administration.

Die triste Wirtschaftssituation spiegelt sich in der Stadt New York wider. Die Luxusboutiquen und exklusiven Galerien auf der Madison Avenue sind infolge des gewaltigen Jobabbaus in der Wall Street sowie des Fastzusammenbruchs der Aktienmärkte gähnend leer. Die Fahrgäste in der U-Bahn bieten ein fast ärmliches Bild, der überwiegende Teil der Bevölkerung hat insbesondere mit den steigenden Preisen in den Supermärkten zu kämpfen hat. Genau aus diesem Bevölkerungssegment rekrutiert sich aber der überwiegende Teil der Armeeangehörigen in den untersten Rängen und damit der Gefallenen im Irak.

Es wird an Obama liegen, seine Wähler nicht allzu sehr zu enttäuschen. Angesichts des gewaltigen Budgetdefizits sind seine Möglichkeiten ziemlich beschränkt. Bestimmte Reformen im Gesundheitsbereich (Versicherung für unregelmäßig Beschäftigte), Steuererleichterungen für die Allerärmsten sowie ein Überdenken von Umweltnormen („global warming“) sind sehr bald zu erwarten. Und natürlich ein (langsames) Beenden der Irak-Intervention. Der Sieg Obamas wurde jedenfalls in New York kräftig gefeiert: Am Times Square hatten sich Tausende Menschen aus allen Bevölkerungskreisen eingefunden, in Harlem hauptsächlich Schwarze.

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Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten in Wien

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