Neue Wege im Verkehr: Mobilitätsmasterplan 2030

Österreich am Weg zur Klimaneutralität: Der Mobilitätsmasterplan 2030 für Österreich zeichnet den Weg in eine neue Mobilität vor. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs soll von 61 Prozent (2018) auf 42 Prozent sinken.

Radfahren für das Klima: Der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Strecken soll sich bis 2030 verdoppeln.

Radfahren für das Klima: Der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Strecken soll sich bis 2030 verdoppeln.

Österreich soll bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden. Der Verkehr spielt dabei eine tragende Rolle, da rund 30 Prozent der heimischen Emissionen aus dem Verkehrsbereich kommen. Der Mobilitätsmasterplan 2030 gibt nun den Weg vor, wie die Emissionen reduziert werden sollen. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler hat gemeinsam mit Andreas Matthä, ÖBB CEO, Josef Fiala, ASFINAG Vorstand, und Christian Hochfeld, Direktor Agora Verkehrswende, den Mobilitätsmasterplan 2030 für Österreich präsentiert.


Kernpunkte des Mobilitätsmasterplans 2030

Neue Wege, neue Antriebe: Der individuelle Mobilitätsmix soll sich bis 2030 massiv ändern, ähnliches gilt für dem Güterverkehr.

Neue Wege, neue Antriebe: Der individuelle Mobilitätsmix soll sich bis 2030 massiv ändern, ähnliches gilt für dem Güterverkehr.

1. Aus für Verbrennungsmotoren bis 2030

Der österreichische Plan sieht bereits für 2030 (EU-weit: 2035) vor, dass nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden sollen. "Die Zukunft des Autos steht unter Strom", konstatierte Gewessler. Im Juni 2021 entfielen bereits 13,9 Prozent der Neuzulassungen auf Elektroautos. 2035 sollen auch alle in Österreich neu zugelassenen Lkws emissionsfrei fahren.

Dafür ist auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich. Entlang der Autobahnen und Straßenbahnen gibt es derzeit 156 Ladepunkte für Pkw. Bis Ende des Jahres sollen es 200 sein. Bis zum Jahr 2024 soll es außerdem Ladestationen für schwere Lkw geben. Auch für Wasserstoff-Lkw soll eine Infrastruktur errichtet werden, dafür sucht die Asfinag aktuell Kooperationspartner.


2. Nachtzüge statt Kurzstreckenflüge

Bis zum Jahr 2024 will die ÖBB 26-Linien-Nachtzüge anbieten. "Wir werden unsere vollen Kapazitäten auf der Schiene mobilisieren", kündigte ÖBB-Chef Andreas Matthä an. Bis 2040 soll die Leistungsfähigkeit auf der Schiene verdoppelt werden, außerdem plant die ÖBB die Digitalisierung des Bahnbetriebs. All das sei "kein Selbstzweck" sondern notwendig.


3. Güterverkehr auf die Schiene

Derzeit liegt der Anteil des Güterverkehrs bei 31 Prozent, erläuterte Gewessler. Bis 2040 soll der Anteil auf 40 Prozent steigen. Der Transport mit der Bahn spart laut Matthä im Vergleich zum Lkw 40 Mal mehr CO2.


4. Steigerung der aktiven Mobilität

Die Mobilität aus eigener Kraft, also zu Fuß gehen und Radfahren soll forciert werden. Insgesamt soll der Anteil der Wege, die aus eigener Kraft zurückgelegt werden, bis 2040 auf 35 Prozent steigen. Derzeit trifft dies auf 23 Prozent aller Strecken zu. Der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken soll im Modalsplit Personenverkehr bis 2040 auf 13 Prozent (2018: 7 %) und der Anteil der Fußwege von 16 auf 22 Prozent steigen.

Modalsplit Personenverkehr: Veränderung 2018 bis 2030

Modalsplit Personenverkehr: Veränderung 2018 bis 2030


5. Klimaneutrale Kraftstoffe

Für Flugzeuge und den Schwerverkehr sollen klimaneutrale Kraftstoffe zum Einsatz kommen. Dazu gehören etwa E-Fuels oder Wasserstoff. 2040 sollen alle Flugzeuge in Österreich emissionsfrei unterwegs sein.


Den 60-seitigen Mobilitätsmasterplan des BMK finden Sie hier zum Download.

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