NEOS starten Whistleblowing-Plattform

NEOS starten Whistleblowing-Plattform

Im Kampf gegen die Korruption startet NEOS nun eine neue Internetplattform. Bürger sollen anonym brisante Informationen digital übermitteln können. Die Partei garantiert höchstmögliche Sicherheit und Anonymität.

Wien. Die NEOS starten eine Whistleblowing-Plattform im Internet, um zu brisanten Informationen zu gelangen. "NEOSleaks" garantiere über ein komplexes Verschlüsselungssystem hohe Sicherheit und Anonymität, versicherten Bundesgeschäftsführer Feri Thierry und Mandatar Niko Alm am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Parlamentsdirektion forderten sie auf, eine ähnliche Plattform zu errichten.

"Korruption gedeiht dort am besten, wo Intransparenz herrscht", erklärte Thierry, der auch Demokratie- und Partizipationssprecher seiner Partei ist, das Motiv der NEOS, die Whistleblowing-Plattform einzurichten. Seiner Meinung nach gibt es eine solche - zumindest mit einer derart hohen Sicherheitsstufe - bisher noch nicht in Österreich. Mit der Einrichtung von "NEOSleaks" gehe man auf eine Forderung von Transparency International ein, als Vorbilder dienten ähnliche Plattformen des "Guardian" und der "Washington Post".

Laut Alm haben die NEOS keine Mühen gescheut, die Sicherheitsstandards so hoch wie möglich zu gestalten: Bei der Übertragung setzt man auf das Open-Source-System Secure Drop, die Infrastruktur besteht aus zwei Servern, zwei Laptops und ebenfalls verschlüsselten USB-Sticks. Die potenziellen Informanten müssen sich zur Übertragung des Anonymisierungsnetzwerks "Tor" bedienen, um die Inhalte hochzuladen. Eine exakte Anleitung dafür gibt es auf http://leaks.neos.eu. Im Klub werden nach mehreren Schritten die Informationen schließlich auf ein völlig isoliertes und gesichertes Gerät übertragen, wo die Inhalte erstmals lesbar sein sollen.

Alle zwei Tage werde der NEOS-Parlamentsklub die via "NEOSleaks" eingelangten Informationen abrufen, was laut Alm aufgrund der vielen Sicherheitsstufen ein aufwendiges Verfahren ist. Dennoch solle sich die Mühe lohnen: "Ich glaube, der Bedarf besteht in Österreich", verwies Thierry auf bereits über andere Wege eingelangte Informationen. Ähnliche Plattformen, wie jene der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hätten hingegen nicht die gleichen Sicherheitsstandards: "Wir sind wieder einmal Pioniere in dieser Hinsicht."

Die NEOS wollen allerdings laut Thierry mit ihrer Whistleblowing-Plattform nicht alleine bleiben: "Wir fordern die Parlamentsdirektion auf, auf ihrer Website ein Portal aufzubauen."

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