Nationalratswahl: Jetzt kommt Kurz - ÖVP vor SPÖ, FPÖ auf Platz drei

Nationalratswahl: Jetzt kommt Kurz - ÖVP vor SPÖ, FPÖ auf Platz drei

Die Nationalratswahl 2017 ist geschlagen. Der zweiten Hochrechnung von 18:10 Uhr zufolge liegt die ÖVP vor der SPÖ, die FPÖ bleibt auf Platz drei. Die Grünen drohen den Einzug in den Nationalrat zu verpassen. Die Wahlkarten-Wähler entscheiden. PLUS: Was jetzt geschehen muss

Die Nationalratswahl 2017 bringt gravierende Veränderungen im österreichischen Parlament. Den Hochrechnungen zufolge kommt die ÖVP auf 31,6 %, die SPÖ auf 26,9 %, die FPÖ auf 26,0 %, die Neos auf 5,1 % und die Liste Pilz auf 4,3 %. In Mandaten gerechnet würde die SPÖ somit auf 52, die ÖVP auf 62 (+15), die FPÖ auf 51 (+11), die Neos auf 10 (+1) und die Liste Pilz mit 8 Sitzen neu ins Parlament einziehen.

Bei diesen Hochrechnungen sind allerdings auch schon die 893.193 zur Wahl ausgegebenen Wahlkarten als Schätzung einbezogen. Im vorläufigen offiziellen Endergebnis ohne Wahlkarten liegt die ÖVP mit 31,4 % vor der FPÖ (27,4 %) und die SPÖ erst an dritter Stelle mit 26,7 %. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge würden die Neos auf 5 % der Stimmen kommen und damit das gleiche Ergebnis erzielen wie bei den Nationalratswahlen 2013. Die Liste Pilz käme demnach auf 4,1 %, die Grünen wären mit nur 3,3 Prozent der Stimmen fix nicht mehr im Nationalrat vertreten.

Nationalratswahl 2017: Vorläufiges Endergebnis ohne Wahlkarten. Für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abblidung.

Nationalratswahl 2017: Vorläufiges Endergebnis ohne Wahlkarten. Für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abblidung.

Die letzte Hoffnung der Grünen, die nach rund dreißig Jahren im Parlament um den Wiedereinzug in den Nationalrat zittern müssen, sind demzufolge die Wahlkarten. Allerdings werden sie der letztzen Hochrechnung zufolge auch nach deren Auszählung nur 3,9 Prozent der Stimmen erreichen und damit die für den Einzug in den Nationalrat benötigte Vier-Prozent-Hürde verpassen. Bei dieser Hochrechnung wird allerdings noch eine Schwankungsbreite von 0,7 Prozent eingeräumt.

Auch um Platz zwei könnte es noch einmal eng werden. Die SPÖ liegt zwar laut Hochrechnung noch um 0,9 Prozent vor der FPÖ, allerdings könnte auch dieser Vorsprung nicht ausreichen, wenn die Wahlkarten-Stimmen ausgezählt sind. Das offizielle endgültige Wahlergebnis wird erst für Donnerstag, den 19. Oktober erwartet.

Bei der vorangegangenen Nationalratswahl im Jahr 2013 hatte die SPÖ als stimmenstärkste Partei 26,8 % der Stimmen gewonnen, die ÖVP 24 %, die FPÖ 20,5 %, die Grünen 12,4 % und die Neos 5 %.

Nationalratswahl 2017: Stimmenstärkste Parteien nach Bundesländern und Mandatsverteilung gemäß dem vorläufigen Endergebnis ohne Wahlkarten.

Nationalratswahl 2017: Stimmenstärkste Parteien nach Bundesländern und Mandatsverteilung gemäß dem vorläufigen Endergebnis ohne Wahlkarten.

Koalitionsmöglichkeiten

Nach dem Urnengang vom Sonntag den 15. Oktober ergeben sich aus den abgegebenen Stimmen rein rechnerisch drei mögliche Koalitionen für eine neue Regierung. Eine ÖVP/FPÖ Koalition, eine ÖVP/SPÖ Koalition und eine SPÖ/FPÖ Koalition. Noch-Bundeskanzler Christian Kern hat zwar an Wahlabend seine Ankündigung, als zweiter in Opposition zu gehen, wieder etwas abgeschwächt, das Pendel dürfte allerdings in Richtung einer ÖVP/FPÖ-Koalition schwingen. Eine Konstellation, die es in Österreich bekanntlich von 2000 bis 2006 gab und die Österreich seinerzeit europaweite Ächtung eingebrockt hatte.

Davon wollen jedoch die aktuellen Parteichefs beider Parteien nichts mehr wissen. Ebenso wenig von den Skandalen, die das Land unter der Schwarz-Blauen Regierung erschütterten. Auch bei den Wählern steht diese Option hoch im Kurs, wie schon eine zwei Wochen vor der Wahl für den trend durchgeführte Umfrage zeigte. Demnach wären 40 Prozent der Österreicher für einer ÖVP/FPÖ-Koalition.

Die Koalitionsverhandlungen können beginnen, sobald es einen offiziellen Auftrag zur Regierungsbildung gibt. Bundespräsident Alexander van der Bellen wird den Auftrag nach Vorliegen des offiziellen Wahlergebnisses an den Chef der stimmenstärksten Partei - Sebastian Kurz - erteilen.

Interview
Heinz-Christian Strache

Wirtschaft

Herr Strache, sprechen Sie Wirtschaft?

London verkündete Einigung mit EU für Brexit-Abkommen

Politik

London verkündete Einigung mit EU für Brexit-Abkommen

Kaiserin Maria Theresia (1717 - 1780)

100 Jahre Republik - die neuen Habsburger

Kaiser, Kronprinz, Erzherzog - der Stammbaum der Habsburger