Mit 25 Millionen Euro ins Hohe Haus

Wenn Frank Stronach den Einzug ins Parlament schaffen möchte, dann muss er viel Geld aufwenden. FORMAT zeigt, welche Kosten auf den Parteigründer zukommen.

Mit 25 Millionen Euro ins Hohe Haus

Es ist ein großer Vorteil, dass sich Frank Stronach nicht vielen Leuten vorstellen muss. Der Mann ist bekannt. Dennoch muss der Selfmade-Milliardär und Magna-Gründer eine sündteure Werbemaschine anwerfen, um letztlich dort zu landen, wo er hin möchte: im Nationalrat. Stronachs Budget wird mit 25 Millionen Euro taxiert. FORMAT zeigt, was es kostet, eine Partei zu gründen und einen Nationalratswahlkampf zu führen:

1. Startkosten

Die Startkosten für Parteien sind harmlos: 14,30 Euro für die Eintragung. 3,90 Euro je Bogen für das Parteiprogramm, das man im Innenministerium hinterlegen muss; höchstens aber 21,80 Euro. In Summe sind das 36,10 Euro. Seit Juli 2012 fällt die Veröffentlichung der Parteistatuten in einem periodischen Druckwerk weg.

2. Wirtschaftsprüfer

Damit ist freilich Schluss mit den niedrigen Kosten. Eine politische Partei muss zwei Wirtschaftsprüfer engagieren. Die Partei selbst kann fünf Personen vorschlagen, das Finanzministerium entscheidet aber, wer zum Zug kommt. Das Honorar für die Geschäftsgebarung der zwei Wirtschaftsprüfer macht etwa 24.000 Euro (einschließlich Umsatzsteuer) im Jahr aus.

3. Dann kommt die Wahlkampfmannschaft

Richard Lugner, der selbst einen Bundespräsidenten- (1998) und einen Nationalratswahlkampf (1999) führte, beziffert seine Kosten mit 2 Millionen Euro. Stärkster Kostenfaktor bei "Mörtel“: Personal. In Stronachs Institut sind seit mehr als einem halben Jahr vier Personen fix angestellt. Insgesamt wird er sein Team auf 20 Angestellte erweitern müssen. Geschätzte Ausgaben für Mitarbeiter (bis zur Nationalratswahl 2013): rund 3 bis 4 Millionen Euro.

4. Werbung

Den größten Teil muss der Neo-Politiker aber in Werbung investieren. Tatsächlich hat sein Wahlkampf schon Ende 2011 begonnen, als er sein Institut für sozialökonomische Gerechtigkeit gründete. Fast zeitgleich startete er in der "Krone“ mit der Kolumne "Franks Welt“, wo er Woche für Woche seine Themen platziert. Und im vergangenen Mai sorgte der bald 80-Jährige für Aufsehen, als er in Tageszeitungen seine Partei-Ambitionen über eine Beilage verlautbarte. Das Werbebudget könnte Stronach einigermaßen senken, wenn er Klubstärke zusammenbrächte (also fünf Nationalratsmandatare für sich gewinnt). Denn dann wäre ihm ein Auftritt im ORF sicher (Duelle und Elefantenrunde mit den Spitzenpolitikern anderer Parteien).

Andernfalls müsste er sich Medienpräsenz teuer im Privat-TV erkaufen, das freilich nur geringe nationale Reichweiten aufweist. Im ORF ist Wahlwerbung verboten. Das geht ins Geld: etwa 100.000 Euro für einen halbminütigen Trailer für einen Monat (zweimal am Tag). Allein die Produktion eines Filmtrailers wird von Polit-Berater Thomas Hofer auf 20.000 bis 40.000 Euro geschätzt. Zudem sind Großplakate (knapp 40.000 Euro pro Monat), Dreiecksständer, Inserate, Flyer sowie Veranstaltungen mit eigener Bühne in den Landeswahlkreisen nötig. Wichtig ist die Auftaktveranstaltung. Da heißt es klotzen, nicht kleckern. Kosten: 100.000 Euro, ist aus den Parteizentralen als Erfahrungswert zu hören. Die Untergrenze für die gesamte Werbung beziffert Polit-Experte Hubert Sickinger "mit rund vier Millionen Euro“. Wenn Stronach mehr als ein Prozent der Stimmen erhält, dann fließen 2,5 Euro pro Wähler wieder retour.

5. Universitäre Unterstützung

Auch über Universitäten will sich Frank Stronach seinen Zugang zu Wählern sichern. Anfang 2012 hat er der Universität Innsbruck 150.000 Euro für Forschungszwecke überwiesen. Der Karl-Franzens-Universität in Graz stellt er für zwei Jahre insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung. Auch die Technische Uni und die Wirtschaftsuniversität in Wien werden gesponsert. Gesamtausgaben für die universitäre Unterstützung: 600.000 Euro.

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