"Es gibt die Idee von Immunitätszertifikaten"

Die Unternehmensberaterin Antonella Mei-Pochtler, Krisenmanagerin der Kanzlers, über Grundlagen für Corona-Maßnahmen und die Strategien für das Überleben der Wirtschaft.

Antonella Mei-Pochtler

Antonella Mei-Pochtler: "Wir haben von den Ministerien 40 strategische Fragen bekommen, die wir jetzt nach und nach bearbeiten."

trend: Sie bereiten als Leiterin der Denkwerkstatt Think Austria viele Grundlagen für die Corona-Politik des Bundeskanzleramts vor und koordinieren auch die Tätigkeiten des "Future Operations Clearing Boards" zur Bewältigung der Krise. Nach der ersten Schockstarre werden jetzt Maßnahmen der Regierung häufiger hinterfragt. Und Kritik an der sehr eindimensionalen Ausrichtung auf die Intensivbettenkapazität wird lauter.
Antonella Mei-Pochtler: Eine Studie des US-Mediums "Politico" über den Umgang von Staaten mit Krisen nennt das Vertrauen der Bevölkerung in die eigene Regierung als wichtigsten Erfolgsfaktor. Dieses Vertrauen ist in Österreich zu Recht sehr hoch. Man kann zwar unterschiedlicher Meinung sein, ob die Regierung unter Kanzler Sebastian Kurz beim Restart zu zaghaft vorgeht oder nicht, aber dass sie die Situation gut gemeistert hat, muss man ihr aus meiner Sicht zugestehen. Es war in der ersten Phase nötig, mit einem gröberen Hammer zu agieren, um in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Gefahr auszubilden. Es brauchte einen sogenannten "call to action". Jetzt muss die Vorgehensweise differenzierter werden, das stimmt. Daran arbeiten wir rund um die Uhr.

Wird sie wirklich differenzierter? Sogar Meinungen renommierter Mediziner und Experten aus Österreich oder Deutschland werden im besten Fall ignoriert, im schlechteren diffamiert, wenn sie von der Regierungslinie abweichen und etwa für einen mutigeren Neustart plädieren. Transparenz und Offenheit in der Entscheidungsfindung sehen anders aus.
Ich gebe Ihnen Recht, dass offen und breit diskutiert werden muss, und versichere Ihnen, dass wir uns alle verfügbaren Analysen und Modelle ansehen. Wir pflegen im Vorfeld einen extrem breiten Dialog mit zahlreichen Experten, die sehr unterschiedliche Positionen vertreten. Das Bundeskanzleramt und Think Austria sind ja seitens der medizinischen Community - und auch seitens der Wirtschaft - mit der gesamten Bandbreite an Meinungen konfrontiert: von "total hysterische und übertriebene Maßnahmen" bis "ihr machts noch viel zu wenig". Am Ende ist aber eine politische Entscheidung zu treffen, eine Risikoabwägung. Und da hat man sich bewusst für einen Sicherheitspolster zugunsten der gesundheitlichen Aspekte entschieden. Ja, der Bundeskanzler nimmt die Krankheit Covid-19 sehr ernst.


Es gibt bei den Modellen viele Fragezeichen.

Das deutsche Robert-Koch-Institut, das des Leichtsinns unverdächtig ist, hat in einem Bulletin letzte Woche eine Grafik veröffentlicht, wonach der viel zitierte R-Faktor, der angibt, wie viele andere ein Corona-Infizierter ansteckt, durch Händewaschen, mehr Abstand und Verzicht auf Großveranstaltungen schon vor dem Shutdown in Deutschland unter den Wert von eins gefallen ist - und danach nur noch leicht weiter gesunken ist. Was bewirken solche neuen Erkenntnisse?
Wir nehmen wie gesagt alle Informationen auf, zu denen wir in Europa, Asien oder den USA Zugriff haben. Aber es ist nicht so einfach, daraus sofort konkrete Schlüsse abzuleiten. Es gibt bei solchen Modellen oft auch viele Fragezeichen, gerade was den Reproduktionsfaktor betrifft. Zum Beispiel reichen die Ansichten über das Risiko, das von Infizierten ohne jegliche Symptome ausgeht, von gar nicht bis sehr ansteckend. Erwiesen ist, dass Hände waschen, Masken tragen usw. jedenfalls schon mal viel ausmacht, um das Risiko deutlich zu reduzieren.

Sie würden aber nicht sagen, dass solche weicheren Maßnahmen gereicht hätten und es mit dem heutigen Wissen nicht notwendig gewesen wäre, die Wirtschaft schwerstens zu beschädigen? Oder dass man wenigstens jetzt mutiger agieren könnte?
Nein, würde ich so nicht sagen. Denn Covid-19 wird tendenziell unterschätzt, was an der sehr langen Inkubationszeit liegt. Im Unterschied zu Ebola etwa, woran viele Menschen kurz nach der Ansteckung sterben, hungert sich dieses Coronavirus nicht selbst aus. Die Sterberate ist aber nach derzeitiger Einschätzung dreimal höher als bei der Grippe, die Ansteckungsgeschwindigkeit deutlich höher. Und man muss auch sehen, dass die Risikogruppe in Österreich relativ groß ist: nicht nur alte Menschen, sondern auch solche mit Immunschwächen und bestimmten Erkrankungen.

Tatsächlich lagen aber die Modellrechnungen mit bis zu 100.000 Toten für Österreich, mit denen die Regierung mehrmals ihr drastisches Vorgehen erklärt hat, völlig daneben. Schweden müsste danach auf fast 120.000 Tote kommen, man liegt aber ohne Shutdown bei rund 1.600. Jene Mathematiker und Virologen, auf die der Kanzler vor allem hört, haben sich offenbar um den Faktor 80 (!) vertan.
Hierzulande gab es in der frühen Phase der Ausbreitung Schätzungen, die in die von Ihnen genannte Richtung gingen. Es war notwendig, zu diesem Zeitpunkt - davon ausgehend - erste Entscheidungen zu treffen. Aber natürlich kann man nachträglich immer schlauer sein, weil sich die Datenbasis laufend verbessert. Wirkliche Klarheit über Eigenschaften und Ausbreitung des Virus sowie die Verhältnismäßigkeit von ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung werden wir erst in ungefähr einem Jahr haben. Zum schwedischen Ansatz gibt es sehr differenzierte Meinungen, und wir waren durch die Nähe zu Italien auch einem höheren Risiko ausgesetzt. Ich sehe das in Analogie zu einem angeschlagenen Unternehmen: Je früher und härter es restrukturiert, umso besser sind die Chancen danach.


Wir beschäftigen uns vorwiegend mit dem Restart der Wirtschaft.

Der Gesundheitsminister hat erst kürzlich gesagt, dass der Hauptfokus immer noch auf den Intensivbetten liegt, obwohl Österreich da weit weg von einem Problem ist. Von den dramatischen wirtschaftlichen Folgen ist aus der Politik hingegen wenig zu hören.
Das gilt sicher nicht für die gesamte Regierung. Selbstverständlich rückt die Wirtschaft nun immer stärker in den Fokus. Wir bei Think Austria und im "Future Operations Clearing Board" sind die Vorhut in diesem Prozess und beschäftigen uns schon vorwiegend mit dem Restart der Wirtschaft. Über die Zeit wird bei der Optimierung der Strategie die Gesundheit zu einer von mehreren Bedingung werden. Ich werde eh schon jeden Morgen von meinem Mann, der Industrieller ist, in Diskussionen verwickelt, dass wir mehr tun und die Wirtschaft befreien müssen (lacht) .

Wie sieht diese Arbeit für die Regierung im Details aus?
Wir haben ein Netzwerk mit vielen exzellenten Experten, die sich täglich mit Szenarien zum Wiederhochfahren auseinandersetzen und bestmögliche Grundlagen für die Ministerien aufbereiten. Von dort haben wir bis dato circa 40 strategische Fragen bekommen, die nach und nach bearbeitet werden - zum Teil in Konsortien, zum Teil von einzelnen Fachleuten. Wir liefern vor allem mittel- und langfristige Perspektiven, aber wir entscheiden nicht. Das macht die Politik.


Wir könnten uns als Corona-sicherstes Land in Europa neu definieren.

Das klingt interessant, aber wenig konkret. Tausende Hoteliers, Handwerker und andere Unternehmen brauchen sehr kurzfristig Lösungen, damit sie überleben.
Das ist zweifellos so. Das 38-Milliarden-Hilfspaket zeigt die Bereitschaft zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Diese operativen Aktivitäten setzen wir in eine breitere Perspektive, nämlich unter welchen Voraussetzungen bestimmte Wirtschaftszweige wieder in Schwung zu bringen sind. Die beiden Lungenflügel der österreichischen Wirtschaft sind Industrie und Tourismus, die fast 40 Prozent zu den 380 Milliarden Euro BIP beitragen. Wir sind also in hohem Maße vom Waren- und Dienstleistungsexport abhängig. Darum sind wir mit allen Restart-Teams der Nachbarländer im permanenten Austausch, um zu einer möglichst koordinierten Öffnung auf breiter Front zu kommen. Wir analysieren die Auswirkungen des Industrial Lockdowns in Italien genauso wie die Entwicklung in Bayern. Und wir wollen auch einen Beitrag zur Entscheidungsfindung und zur Stimmung in den Zielländern leisten.

Wie soll das gelingen?
Ich halte es für sehr wichtig, durch intelligente Maßnahmen zu zeigen, was geht. Als kleines Land kann Österreich da eine Vorbildwirkung für andere haben. Die Öffnung kleinerer Geschäfte erzeugt Bilder einer gewissen Normalität auf den Straßen, die auch unsere Nachbarländer sehen. Ähnliches gilt für die Überlegung, den Tourismus erst einmal für deutsche und Schweizer Gäste zu öffnen und dann - mit entsprechend ausgeklügelten Schutzvorkehrungen - weitere Schritte folgen zu lassen. So könnten wir uns neu definieren: als Corona-sicherstes Land in Europa.


Touristen könnten zur Verwendung der Contact-Tracing-App verpflichtet werden.

Eine Voraussetzung dafür wäre die Öffnung der Grenzen, ein Punkt, bei dem die Politik noch sehr zurückhaltend ist.
An den Bedingungen, unter denen das nach und nach möglich ist, wird ebenfalls gearbeitet. Dazu gehören Überlegungen, das Contact-Tracing (das ist die Nachverfolgung von Kontakten, Anm. ) auszubauen, zum Beispiel indem Touristen zur Verwendung der entsprechenden App verpflichtet werden.

Apropos Corona-App: Die Regierung scheut nicht zurück, die Menschen in grundlegenden Rechten massiv einzuschränken und ihnen jede Selbstverantwortung abzusprechen. Aber ausgerechnet bei der App, die nur Sinn macht, wenn sie alle verwenden, setzt sie auf Freiwilligkeit. Ist das nicht reiner Populismus?
Mei-Pochtler: Glaube ich nicht. Wir waren in Europa unter den Ersten, die eine App eingeführt haben, die aber noch nicht ganz ausgereift sein kann. So funktioniert die Bluetooth-Funktion im Zusammenspiel mit dem iPhone nur bedingt. Apple arbeitet jedoch daran. Solange die Kinderkrankheiten nicht ausgemerzt sind, kann die App nur einen sehr eingeschränkten Beitrag leisten. Ich bin aber bei Ihnen, dass wir uns hier noch stärker anstrengen müssen. Den Bürgern muss deutlicher gemacht werden, dass ihnen nichts weggenommen, sondern im Gegenteil ein Stück Freiheit gegeben wird. In einem Unternehmen könnte man die Verwendung vorschreiben, in der Politik schwer.


Eine AUA ist definitiv systemrelevant.

Wo liegen die größten Herausforderungen für die Industrie, mit denen sich Ihre Fachleute beschäftigen?
In erster Linie geht es für die Unternehmen darum, wie die internationalen Zulieferketten, in die sie eingebunden sind, wieder aktiviert werden können. Da Österreich vom Export abhängt, analysieren wir diese Wertschöpfungsketten für zahlreiche Branchen sehr detailliert, um die Problembereiche aufzuspüren. Wobei es neben dem Restart auch um ein Reset geht. Die Corona-Krise wird manches nachhaltig verändern. Die derzeit sehr langen Wertschöpfungsketten werden sicher kürzer. Wahrscheinlich werden viele Unternehmen nicht gleich Insourcing betreiben - aber Near-Sourcing, das heißt: Zulieferer aus dem Umfeld bevorzugen. Für unsere Industrie eröffnet das neue Chancen. Genauso werden sich neue Wege des Online- und Homeworkings sowie anderen Formen im Shopping und in der Bezahlung durchsetzen. Aus der dafür nötigen Verbesserung der digitalen Infrastruktur ergeben sich ebenfalls viele Opportunitäten.

Eine exportorientierte Wirtschaft braucht auch gute Flugverbindungen. Meinen Sie persönlich, der Staat sollte die AUA um jeden Preis retten?
Eine AUA ist definitiv systemrelevant. Die Verkehrsverbindungen sind für die Industrie genauso wichtig wie für den Tourismus. Die meisten unserer Hidden Champions, die Werke in Asien und Amerika haben, sind darauf angewiesen. Und wir müssen dafür sorgen, dass unsere Leitbetriebe weiter wachsen. Alle Beteiligten - nicht nur der Staat - müssen sich einsetzen, die AUA und das Drehkreuz Wien zu erhalten. Die Frage ist noch, in welcher Form das am sinnvollsten ist.


Wir haben leider eine Nachfrage- und Angebotskrise

Sie haben zuvor von Stimmung gesprochen. Wäre es nicht gescheit, die Regierung würde auch gegenüber der eigenen Bevölkerung mehr Optimismus zeigen, anstatt den Leuten mit permanenter Panikmache jede Konsumfreude zu vermiesen? Es hat ja sowieso niemand mehr Lust, sich derzeit zum Beispiel ein Auto zu kaufen.
In der Phase, in der wir uns jetzt befinden, halte ich es für wichtig, das Positive stärker zu betonen und Optimismus zu zeigen - ohne die gesundheitlichen Risiken aus den Augen zu verlieren. Man muss allerdings auch sehen, dass wir leider eine Nachfrage- und Angebotskrise haben, die sich nicht schnell lösen lässt. Vor allem, was die Inlandsnachfrage betrifft, weil sich, vereinfacht gesagt, die halbe Welt im Lockdown befindet. Und der Staat wird eine Bombenverschuldung und daher auch im Inland nicht viel Spielraum für Investitions- und Konsumankurbelung haben.

Es hat stark den Anschein, dass die Politik die wirtschaftlichen Schäden sträflich unterschätzt hat. Es wurde mit Prognosen von Wirtschaftsforschern operiert, in denen von zwei, drei Prozent minus beim Bruttoinlandsprodukt die Rede war. Dabei müssen wir froh sein, wenn wir heuer unter zehn Prozent herauskommen.
Die wirtschaftlichen Schäden werden klar gesehen. Ich habe schon am Anfang der Krise gesagt, dass ich nicht an eine Entwicklung in der Form eines V oder U glaube, sondern eher ein L oder ein U mit einem sehr langen Querbalken sehe. So schnell wird es nicht nach oben gehen.


Nichts killt die Stimmung mehr als zu lange Unsicherheit.

Was nichts Gutes bedeutet. Der Staat kann ja das Wirtschaftssystem nicht ewig durchfinanzieren. Die Hilfspakete sind größtenteils Überbrückungen. Aber wenn Unternehmer das Ende der Brücke nicht sehen und nicht wissen, was sie auf der anderen Seite erwartet, werden viele das Handtuch werfen müssen. Die Folge wäre eine enorme Pleitewelle.
Diese Gefahr ist eindeutig vorhanden. Darum ist jetzt so wichtig, vorhersehbare und klare Schritte zum Hochfahren zu definieren, für die keine Gefahr besteht, dass sie wieder zurückgenommen werden. Das wird in den kommenden Wochen passieren. Nichts killt die Stimmung mehr als zu lange Unsicherheit. Ich glaube aber, die Regierung vermittelt den Eindruck, dass ihre Ankündigungen zuverlässig sind. Trotzdem wird die Normalisierung eher in Monats- als in Wochenschritten erfolgen, weil Hygiene- und andere Schutzmaßnahmen erarbeitet sowie Differenzierungen je nach der Infektionsgefahr bei unterschiedlichen Berufsgruppen vorgenommen werden müssen.

Wenn Sie von Monaten sprechen, ist allerdings absehbar, dass viele, die jetzt noch in Kurzarbeit sind, den Job verlieren werden und Österreich in Richtung einer Million Arbeitslose abdriftet.
Das müssen wir unbedingt vermeiden. Die Sorge punkto Kurzarbeit ist jedoch real. Wir haben dafür ein sehr genaues Monitoring, um rechtzeitig Hilfe anbieten zu können. Die Industrie will ihre Mitarbeiter überwiegend behalten, um rasch wieder losstarten zu können. Leider wird das nicht in allen Branchen in gleichem Ausmaß möglich sein.


Die kommende Wintersaison muss gerettet werden.

Womit wir wieder beim Tourismus wären. Was kann die Regierung Hoteliers und Gastronomen in Aussicht stellen - außer den Heimaturlaub der Österreicher?
r: Die kommende Wintersaison muss gerettet werden, das steht außer Frage. Ich sage nicht, dass es einfach ist, es wird vielleicht Abstriche bei der Hüttengaudi geben müssen. Aber ich halte es für möglich, Österreich so zu positionieren, dass sich die Gäste gerne bei uns aufhalten. Es wird über vieles nachgedacht. So gibt es die Idee von Immunitätszertifikaten für Beschäftigte, weil es von Vorteil ist, wenn in einem Team ein gewisser Prozentsatz an Personen immun gegen Corona ist. Auf wie viele Menschen in Österreich das zutrifft, wird in einer demnächst beginnenden Studie mit Antikörpertests ermittelt. Zudem müssen Voraussetzungen geschaffen werden, das übrige Personal regelmäßig auf das Virus testen zu können. Und die Datenanalyse muss auf der Mikroebene passieren, weil es um die ganz konkrete Lage in Kitzbühel, Ischgl oder sonst wo geht.

Der Umgang mit Daten ist aber genau einer der Schwachpunkte hierzulande. Sie haben selbst gesagt, dass die Datenlage, auf deren Basis Entscheidungen getroffen werden, oft eine schlechte ist. Was wird zur Verbesserung getan?
Es bestehen zwei Probleme. Eines betrifft den Föderalismus, weil Daten unterschiedlich gesammelt und genutzt und oft nicht zentral erfasst werden. Das andere hat mit der Angst vor Digitalisierung zu tun und führt u. a. dazu, dass auf Knopfdruck nicht einmal ein Belegungsplan für Krankenhausbetten zu kriegen ist; von einer effizienten Auswertung von Gesundheitsdaten ganz zu schweigen. Das muss sich endlich ändern, indem Denkblockaden abgebaut werden. Ich hoffe, die Corona-Krise trägt dazu bei. Es gibt Ansätze der Optimierung, etwa die Einbettung der Tests in telemetrische Prozesse, anstatt sie telefonisch zu bearbeiten, oder bei der Transparenz der Infrastruktur für Testungen. Der größere Teil wird realistisch erst in den künftigen Pandemieplan einfließen. Auf die nächste Krise werden wir alle besser vorbereitet sein.

Zur Person

Antonella Mei-Pochtler , geb. 1958 in Rom, studierte Betriebswirtschaft in München und begann ihre Karriere bei der Boston Consulting Group. Sie eröffnete 1997 das Wiener Büro der BCG und stieg zum Managing Director auf. Mei-Pochtler ist mit dem österreichischen Industriellen Christian Pochtler verheiratet und eine enge Vertraute von Sebastian Kurz, dessen Denkwerkstatt Think Austria sie im Bundeskanzleramt leitet.


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