Anschlag am Berliner Weihnachtsmarkt: 12 Tote und 48 Verletzte

Anschlag am Berliner Weihnachtsmarkt: 12 Tote und 48 Verletzte

Am Montagabend kurz nach 20 Uhr ist ein Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt in Berlin gerast. 12 Menschen wurden getötet, 48 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Tathergang war zunächst noch unklar. Innenminister de Maizière bestätigt am Dienstagmittag, dass es sich um einen Terroranschlag handle.

Berlin. Terroranschlag oder Unfall? In unmittelbarer Nähe zur Gedächtniskirche ist am Montagabend kurz nach 20 Uhr ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt in Berlin gerast und hat mehrere Menschen überfahren. Nach Angaben der Polizei wurden 12 Menschen getötet und 48 verletzt, einige davon wurden schwer verletzt. Am Dienstagmorgen sprach die Polizei erstmals davon, dass die Ermittler von einem Anschlag ausgehen.

Der Fahrer des Sattelschleppers soll sich vom Tatort am Breitscheidplatz beim Ku'damm entfernt haben. An der Siegessäule, unweit vom Tatort entfernt, wurde "eine verdächtige Person", die den LKW gesteuert haben soll, von der Berliner Polizei gefasst. Der zweite Insasse des Sattelschleppers wurde tot im Fahrerhaus gefunden. Er soll den Lastwagen nicht auf den Weihnachtsmarkt gesteuert haben.

Der Lenker des Lkw wird derzeit vernommen. Es soll sich um einen Pakistani oder Afghanen handeln, der im Februar über Österreich nach Deutschland als Flüchtling eingereist war.

Die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge die Situation gegen 21.30 Uhr im Griff und forderte die Berliner Bevölkerung die Wege zum Tatort freizuhalten. Zuvor hatte sie bereits kurz nachdem der Lkw in den Weihnachtsmarkt gerast via Twitter versucht die Menschen zu beruhigen.

Zu den Hintergründen hielten sich die Polizei sowie der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montagabend noch bedeckt. "Es kann beides gewesen sein, der Tathergang spricht sowohl für einen Unfall als auch für einen Anschlag", sagt der Innensenator gegen 22 Uhr im Interview mit ARD. Deswegen halte mich mit Bewertungen zurück, bis die Ermittlungsergebnisse der Polizei vorliegen. Es ist wirklich beides offen."

Für Augenzeugen habe es sich wie ein Anschlag angefühlt. Einige haben beschrieben, wie es einen ohrenbetäubenden Knall gegeben hat, ehe der Lastwagen auf sie zurast und sie wegrennen. Andere wollten sofort helfen.

"Vieles spricht für einen Anschlag"

Gegen Montagmitternacht erklärte Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im ARD-Nachtmagazin, er möchte "das Wort Anschlag nicht in den Mund nehmen, obwohl Vieles dafür spricht". Der Innenminister will aber den Ermittlungsbehörden nicht vorgreifen. Am Dienstag hat de Maizière bestätigt, dass es sich um einen Anschlag handle.

Eine Person, die sich vom Tatort entfernt hatte und von einem Zeugen verfolgt wurde, wird derzeit verhört. Der Zeuge ist laut "Welt" mit einem Sicherheitsabstand dem Verdächtigten gefolgt und hatte die Polizei direkt zum Tatverdächtigen geführt bevor dieser sich in der Dunkelheit absetzen konnte.. Der Mann wird verdächtigt, den LKW mit Aufleger gelenkt zu haben.Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen Pakistani handeln, der am 31. Dezember 2015 nach Deutschland eingereist und registriert worden war.

Laut Innenminister sei das Asylverfahren des Verdächtigen noch nicht abgeschlossen, nachdem mehrere Versuche einer Anhörung nicht zustande gekommen seien. In den entsprechenden Terror-Dateien sei er bisher nicht vertreten.

De Maiziere sagte, es gebe "keine Bekennung" der Tarnorganisation Islamischer Staat auf den bekannten Kommunikationskanälen in Zusammenhang mit der Tat.

Der Sattelzug war von der Seite Kantstraße/Budapester Straße in der Nähe des Bahnhofs Zoo kommend über 60 bis 80 Meter in eine Schneise über den Weihnachtsmarkt hineingerast, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Danach sei er zurück auf die Budapester Straße gefahren und dort zum Stehen gekommen.

Der Lastkraftwagen gehört einer polnischen Spedition, die in Stettin ansässig ist. Das Fahrzeug mit polnischem Kennzeichen war unterwegs von Italien nach Polen und war am Montagnachmittag in Richtung Berlin weitergefahren, wo eine Ladung Stahl abgeladen werden sollte. Bei dem Fahrer handle es sich um einen erfahrenen Lkw-Fahrer. "Ich lege die Hand ins Feuer, dass er mit einem Anschlag nichts zu tun hat", hat Transportunternehmer Ariel Zurawski laut ARD im polnischen Fernsehen erklärt. Bei dem Lkw-Fahrer handelt es sich um den Cousin von Zurawski. Er fährt seit gut einem Jahr in der Spedition.

Es besteht der Verdacht, dass der Lkw in Polen von einer Baustelle gestohlen worden sei oder der Fahrer von dem des Anschlags Verdächtigten gekidnappt worden sei. GPS-Daten hätten gezeigt, dass jemand gegen 15.45 Uhr den LKW bewegt habe. "Es sah aus, als wenn jemand geübt hätte, den Wagen zu fahren", sagte Zurawski.

Der Spediteur erklärte, dass er seit 16 Uhr keinen Kontakt mehr mit seinem Fahrer mehr hatte. Gegen 23 Uhr wurde von der Berliner Polizei bestätigt, dass es sich um den Toten im Lkw-Fahrerhaus um einen polnischen Staatsbürger handle.

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