Leitl: Reform der WKO wird 2017 umgesetzt

Leitl: Reform der WKO wird 2017 umgesetzt

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl ist grundsätzlich bereit, die Gewebeordnung zu reformieren. Aber "wenn die Gewerbeordnung infrage gestellt wird, stelle ich auch die Staatsordnung infrage", sagte er im ORF-"Mittagsjournal". Dabei gehe es nicht um Tauschgeschäfte, sondern um einen Interessenausgleich: "Wir machen die Gewerbereform, aber das andere soll nicht in Vergessenheit geraten".

Er selber habe abgelehnt, als Abgeordneter ins Parlament zu gehen, denn "ich halte es nicht für vereinbar, dass ich als Redner einer Fraktion gegen andere Fraktionen agitieren muss, die ich hier in der Wirtschaftskammer mit vertreten muss", so Leitl. Aber keiner der Präsidenten der Sozialpartner sei in einer Funktion in Parlament oder Regierung und das sei richtig so, sieht Leitl kein großes Problem mit Doppelfunktionen.

Die Wirtschaftskammer werde im Herbst eine Reform diskutieren und diese dann nächstes Jahr umsetzen, sagte Leitl. "Selbstverständlich" könne und wolle die Kammer schlanker werden und Geld einsparen, "ich gehe davon aus, dass es dann auch wieder Verringerungen bei den Mitgliedsbeiträgen gibt", sagte Leitl im "Mittagsjournal". Derzeit würden die Ausgaben der Wirtschaftskammern zu 14 Prozent in die Interessensvertretung fließen, zu 47 Prozent in den Service-Bereich und der Rest in "internationale Aktivitäten, insbesondere in die Außenwirtschaftsorganisation". Strukturell werde es "solange es Landesregierungen gibt, auch Landesinteressenvertretungen geben müssen", man könne aber Funktionen zusammenlegen und Kompetenzzentren schaffen, so Leitl.

Er habe nichts dagegen, wenn externe Experten für Reformen in Österreich herangezogen werden, aber er würde schon sagen, dass Leute mit sozialpartnerschaftlichem Hintergrund mehr Expertise haben als andere.

Kommentar
Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in Wien

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