Konjunktur, Krisen, Konflikte: Die wichtigsten Themen der G-20

Konjunktur, Krisen, Konflikte: Die wichtigsten Themen der G-20

Für Angela Merkel und Wladimir Putin ist die Ukraine ein zentrales Thema.

So viele wichtige Staatenlenker haben sich noch in China getroffen. Auf dem ersten G-20-Gipfel im Reich der Mitte wollen die Staats- und Regierungschefs vor allem nach Wegen suchen, um der schwachen Weltkonjunktur neuen Schwung zu geben. Aber Krisen und Konflikte überschatten das zweitägige Treffen der Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer (G-20), das am Sonntag im ostchinesischen Hangzhou beginnt.

UKRAINE: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wird wahrscheinlich mit Kremlchef Wladimir Putin über den Konflikt in der Ukraine sprechen. Moskau und Kiew beschuldigen sich gegenseitig, gegen das Friedensabkommen von 2015 zu verstoßen. Ein Fortschritt wäre schon eine Einigung auf neue Vierergespräche zwischen Merkel, Putin sowie den Präsidenten der Ukraine und Frankreichs, Petro Poroschenko und Francois Hollande.

SYRIEN: In Syrien bestimmt das russische Militär das Geschehen - und festigt die Macht von Staatspräsident Bashar al-Assad, auch weil die USA sich nicht stärker engagieren. Wie es in dem Bürgerkriegsland weitergehen kann, müssten am besten Putin und US-Präsident Barack Obama bereden. Ein Treffen ist möglich, aber noch nicht bestätigt.

BREXIT: Es ist der erste große internationale Auftritt der neuen britischen Premierministerin Theresa May. Die G20-Staaten sorgen sich, dass die Unsicherheiten um den geplante Austritt der Briten aus der Europäischen Union die Erholung der Weltwirtschaft bremsen können. Aber May hat noch keinen konkreten Plan für "die Zeit danach".

TÜRKEI: Obama will mit Präsident Recep Tayyip Erdogan über die Eskalation an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien sprechen. Die türkische Armee und syrische Rebellen haben eine Offensive gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) begonnen. Es gab dabei auch Kämpfe mit kurdischen Rebellen, was in Washington für Unmut sorgt. Die Türkei will verhindern, dass die Kurdenmilizen ihre Macht in Nordsyrien ausbauen.

PUTSCHVERSUCH: Erdogan beklagte nach dem Putschversuch mangelnde Solidarität der Europäer, die sein Vorgehen gegen Oppositionelle kritisieren. Dabei spricht er selbst von "Säuberungen". Mehr als 20.000 Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Tausende wurden suspendiert oder entlassen. Die Verstimmung belastet die Kooperation mit der Türkei, den Strom der Flüchtlinge einzudämmen.

SÜDCHINESISCHES MEER: China würde den Streit mit seinen Nachbarn um Inseln im Südchinesischen Meer am liebsten ausklammern. Doch will Obama mit Präsident Xi Jinping über die Spannungen reden. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag hatte im Juli die chinesischen Gebietsansprüche abgewiesen. China ignoriert das Urteil.

WELTKONJUNKTUR: Die G-20 strebt haushalts- und geldpolitische Werkzeuge und strukturelle Reformen an, um die kraftlose Weltwirtschaft anzukurbeln. Gastgeber China hat vor allem Innovation zum Motto des Gipfels gemacht. Der Exportriese bekommt die Konjunkturflaute besonders zu spüren. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt tut sich zudem schwer, nötige Wirtschaftsreformen umzusetzen.

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