"Kleinkrieg" in der Eurozone: Frankreich vs. Deutschland – ein Vergleich

Grande Nation

Frankreichs Präsident François Hollande kritisiert die EU-Austeritätspolitik zusehends.

Madame NO

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel propagiert weiterhin einen harten europäischen Sparkurs.

Vom früheren Schulterschluss, den die Konservativen Merkel und Nicolas Sarkozy immer mit Genuss demonstrierten, ist keine Rede mehr. In EU-Kreisen wird höflich von "freundlichen Spannungen“ berichtet.

François Hollande ist großzügig beim Ausgeben von Staatsgeld. Der maroden Autoindustrie seines Landes will der französische Staatspräsident mit einer Finanzspritze von sechs Milliarden Euro unter die Arme greifen. Seinen gigantischen Beamtenapparat füttert er weiter durch, denn die Franzosen fühlen sich gerne umfassend verwaltet. Nicht zu viel Geld aus dem Wirtschaftskreislauf nehmen, lautet Hollandes Programm. Paris will der europäischen Krise mit Reformen hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit begegnen, nicht so sehr mit reinen Einsparungen.

Aber die deutsche Kanzlerin bleibt bei ihrem strikten Sparkurs, den sie Europa und vor allem den kriselnden Staaten Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Irland und Zypern verordnet hat. Angela Merkel gibt sich in dieser Sache hart, weicht kaum einen Millimeter von ihrer Linie ab. Dennoch bekam Frankreich von der EU einige Lockerungen beim Sparkurs zugestanden.

Adieu, Schulterschluss

Das bringt die ehemaligen Partner in der Europäischen Union, Deutschland und Frankreich, hart an die Grenze einer ernsten Verstimmung. Vom früheren Schulterschluss, den die Konservativen Merkel und Nicolas Sarkozy immer mit Genuss demonstrierten, ist keine Rede mehr. In EU-Kreisen wird höflich von "freundlichen Spannungen“ berichtet, die zwischen der deutschen Kanzlerin und Hollande, Sarkozys Nachfolger im Elyssée-Palast, mittlerweile herrschen.

Der eine will mehr ausgeben, die andere mehr sparen. Big Spender Hollande baut jedoch auf weichem Grund, denn in einem Vergleich der Ökonomien beider Länder schneidet Frankreich derzeit schlecht ab. Sparmeisterin Merkel hingegen agiert aus einer Position der Stärke. Die Wirtschaftsdaten sprechen klar für Deutschland.

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