Katzian: „Keine Rücksicht mehr auf Gesamtwirtschaft“

ÖGB-Präsident Wolgang Katzian will nach dem „Rauswurf“ der Arbeitnehmer aus der Nationalbank keine Rücksicht mehr auf die gesamtwirtschaftliche Situation nehmen und verlangt, dass es bei den kommenden Lohnverhandlungen im Börsel „raschelt“

Kämpferisch: ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian stellt sich gegen die Regierung.

Kämpferisch: ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian stellt sich gegen die Regierung.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian droht für die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen mit einer harten Gangart. Im Gespräch mit dem morgen, Freitag erscheinenden Wirtschaftsmagazin „trend“ sagt er: „Wir haben in der Vergangenheit immer die gesamtwirtschaftliche Verantwortung wahrgenommen. Jetzt hat man uns aus der Nationalbank rausgeschmissen. Okay, offenbar besteht kein Interesse mehr daran, dass die Arbeitnehmer die gesamtwirtschaftliche Situation mitgestalten. Da müssen wir dann auch in der Lohnpolitik keine Rücksicht mehr auf die gesamtwirtschaftliche Situation nehmen.“

Man sei lange bereit gewesen, aufgrund der wirtschaftlichen Situation niedrigere Abschlüsse hinzunehmen, jetzt aber, so Katzian, wolle man „volle Kompensation. Da muss es für die Arbeitnehmer rascheln, nicht nur klingeln. Da muss ein Zuwachs in Form von Papiergeld spürbar sein, nicht nur in kleinen Münzen“, so Katzian im trend-Interview.

Zusätzlich wolle man eine „leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche“, die es in der Privatwirtschaft nach 25 Dienstjahren, aber nur beim gleichen Arbeitgeber gebe.“ Wenn die andere Seite schon Flexibilität will, dass wollen wir das hier auch.“ Die Gewerkschaft habe von der Gegenseite in dieser Frage „immer nur den Mittelfinger gesehen, das geht gar nicht“, so Katzian im „trend“.

Ebenfalls zur bevorstehenden Kollektivertragsverhandlungen und der Sozialpartnerschaft befragt wurde Katzians Gegenüber, Harald Mahrer. Der WKO-Präsident wünscht sich Verhandlungen „auf Augenhöhe und mit Augenmaß“ und vor allem, dass „die Partnerschaft nicht aus dem Affekt heraus in Frage gestellt wird.“ Mahrer im „trend“: „Ich erwarte mir, dass man da endlich vom Gas steigt. Aber man schlägt reflexartig auf uns ein.“


Mehr zum Thema "Heißer Herbst" und den Drohungen der Gewerkschaft lesen Sie in der Coverstory der trend-Ausgabe 37/2018 vom 14. September 2018.

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