Kampf um höhere Pensionsanpassung: Khol und Blecha fordern zwei Prozent Erhöhung

Die zu erwartenden 1,6 Prozent Pensionserhöhung sind den Seniorenvertretern Kohl (VP) und Blecha (SP) zu wenig. Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien sind bereits im Gange.

Ende August wird die Regierung die jährliche Pensionsanpassung bekannt geben. Der Kampf darum, wie hoch sie ausfallen wird, hat hinter den Kulissen bereits begonnen. Im Vorjahr war die Pensionserhöhung, die nach der Inflation berechnet wird, ungewöhnlich umfangreich – sorgte aber trotzdem für harsche Kritik. Werner Faymann versprach schließlich eine Erhöhung über dem Index.

Proteste absehbar
Dieses Jahr sind die Proteste bereits vorprogrammiert, denn aufgrund der niedrigen Inflation wird die Anpassung besonders schmal ausfallen: Je nach der Inflation im Juli werden die Pensionisten nur zwischen 1,5 und 1,6 Prozent mehr auf ihrem Konto finden. Zu wenig, meinen die Pensionistenvertreter. „Diese Anpassung nach dem Index ist zwar im Gesetz so vorgesehen; wir stehen aber in intensiven Verhandlungen: 1,6 Prozent sind zu wenig“, sagt der Chef des Seniorenbundes, Andreas Khol (VP, im Bild rechts neben Karl Blecha, SP ). Seine Argumente: Der allgemeine Inflationsindex sei vor allem wegen der gefallenen Energiepreise so niedrig, Pensionisten profitieren davon allerdings wenig.

Verhandlungen im Gange
„Lebensmittel sind nicht billiger geworden“, erklärt Khol. „Nach dem Pensionisten-Preisindex, der dieses Ungleichgewicht einrechnet, sollten die Pensionen um zwei Prozent erhöht werden.“ Pensionistenverband und Seniorenbund verhandeln derzeit in einer Arbeitsgruppe mit dem Sozial- und dem Finanzministerium, das Ziel sind zwei Prozent. „Ob wir Erfolg haben, wird auch von der allgemeinen Wirtschaftslage und den Lohnabschlüssen abhängen“, sagt Khol. „Pensionisten denken ja sehr patriotisch und sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Allerdings müssen sie bekommen, was ihnen zusteht.“

Von Corinna Milborn

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