Jungspunde im Ministeramt

Von Karl-Heinz Grasser bis Susanne Riess-Passer - die jüngsten Minister der Zweiten Republik und was sie von Sebastian Kurz halten.

Jungspunde im Ministeramt

Minister mit 27, da könnte nicht einmal Karl-Heinz Grasser mithalten. Bei seinem Amtsantritt war der Finanzminister der schwarz-blauen Regierung - und bisher jüngste Minister - schon 31. Auf den Plätzen folgen der ehemalige SPÖ-Finanzminister Hannes Androsch (Bild) mit 32, Josef Pröll (Landwirtschaft, ÖVP), Alois Mock (Unterricht, ÖVP) und Michael Ausserwinkler (Gesundheit, SPÖ) mit jeweils 34, sowie Rudolf Scholten (Unterricht, SPÖ) mit 35 Jahren. Die jüngsten Frauen kommen aus der FPÖ, Infrastrukturministerin Monika Forstinger war bei Amtsantritt 37, Vizekanzlerin und Beamten-und Sportministerin Susanne Riess 39 Jahre alt.

Karl-Heinz Grasser traut Kurz die Ministerrolle vorbehaltlos zu. "Er kennt die Politik, weiß wie die Parteien funktionieren und kennt auch die Fallstricke gut.“ Außerdem sei der Schritt vom Staatsekretariat ins Ministerium nicht so groß. Für Rudolf Scholten spielt das Alter vor allem in der Öffentlichkeit eine Rolle. Er glaubt nicht, dass es im politischen Umfeld einen großen Unterschied macht. "Wichtig sind vor allem Enthusiasmus und Interesse für den Bereich.“ Das sei auch wichtiger als "technische Detailkenntnis“. Ein Vorteil sei jedenfalls, dass er nach der politischen Karriere noch ein selbstständiges Berufsleben führen könne, so Scholten. Hannes Androsch kennt die Skepsis gegenüber jungen Politikern in hohen Ämtern aus eigener Erfahrung. Die habe sich aber rasch gelegt. Wie auch Scholten betont Androsch, dass er bereits vor dem Ministeramt politische Erfahrungen sammeln konnte. "Ich hatte ein abgeschlossenes Studium, sieben Jahre Parlamentserfahrung, davon dreieinhalb als Abgeordneter. Ich war also vorbereitet.“ Er geht davon aus, dass auch Kurz sein Studium abschließen wird.

Über eines sind sich alle drei ehemaligen Jungminister einig: Kurz ist ein großes politisches Talent. Und schlussendlich wird auch für ihn gelten, was Androsch damals jüngster Finanzminister zu hören bekam: "Wenn Jugend sein Fehler ist, wird er mit jedem Tag kleiner.“

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