Junge Brexit-Gegner: Die enttäuschte Generation

Die Generation der jungen Briten verliert das Recht, in den anderen EU-Staaten zu leben und zu arbeiten - viele von ihnen hatten ursprünglich für einen Verbleib in der EU gestimmt. Nun macht sich Frust breit.

Junge Brexit-Gegner: Die enttäuschte Generation

Die Briten haben sich entschieden, der Europäischen Union den Rücken zuzuwenden. Der "Brexit" stürzte am Freitag die Finanzmärkte ins Chaos, das britische Pfund verlor massiv an Wert, Premierminister David Cameron verkündete seinen Rücktritt, EU-Politiker ringen um die weitere Vorgehensweise. Ernüchterung ist in der britischen Regierung ebenso wie bei den wirtschaftlichen und politischen Partnern der Briten sichtbar. Die größte Enttäuschung erleben aber jene 48 Prozent der Briten, die sich für einen Verbleib in der Europäischen Union entschieden hatten - darunter viele junge Menschen, wie die folgende Grafik des Politik-Portals YouGov zeigt.

Am besten auf den Punkt wird die Verzweiflung der Jugend aber durch einen Kommentar, den ein Nutzer namens "Nicholas" auf der Website der Financial Times hinterlassen hat und der sich auf Twitter am Freitag viral verbreitete.

Auf Deutsch übersetzt heißt es da:

Eine kurze Notiz zu drei Tragödien. Erstens, dass die Arbeiterklasse für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hat, weil sie sich wirtschaftlich vernachlässigt fühlte. Sie werden diejenigen sein, die kurzfristig am meisten leiden. Denn sie haben schlichtweg eine unerreichbare Elite gegen eine andere ausgetauscht.

Zweitens, dass die junge Generation das Recht verloren hat, in 27 anderen Ländern zu leben und zu arbeiten. Wir werden niemals das volle Ausmaß jener Chancen, Freundschaften, Ehen und Erfahrungen erfassen können, die uns durch diese Entscheidung vorenthalten werden. Die Personenfreizügigkeit wurde uns geraubt von unseren Eltern, Onkeln und Großeltern - mit einem Schlag gegen eine Generation, die ohnehin schon in den Schulden ihrer Vorfahren ertrinkt.

Drittens - und das ist wohl das Entscheidendste -, dass wir in einer post-sachlichen Demokratie leben. Als Fakten auf Mythen trafen waren sie so nutzlos wie Pistolenkugeln, die an Aliens in einem H.G. Wells-Roman abprallen. Als Michael Gove sagte, dass das britische Volk von Experten die Schnauze voll habe, hatte er Recht. Aber kann mir irgendjemand eine Situation in der Geschichte nennen, in der ein Triumph des Anti-Intellektuellen zu etwas anderem als Borniertheit geführt hat?

De facto musste Brexit-Befürworter Nigel Farage schon am Freitagmorgen ein Versprechen relativieren, laut dem nach dem EU-Austritt etliche Millionen Pfund dem Gesundheitssystem zugute kommen sollen. Dieses Versprechen war für viele Bürger ein Grund gewesen, überhaupt für den Brexit zu stimmen. Mehr dazu unter diesem Link.

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