Jeder Telekomdeal ist wegen sensibler Kundendaten eine heikle Sache

Gesetze verbieten zwar die Weitergabe von Kundendaten – die Praxis sieht aber anders aus.

Kontoinformationen, Adressen, Telefonverbindungen und Internetverkehr von rund fünf Millionen Kunden: Die Telekom Austria (A1) besitzt die wohl größte Sammlung sensibler Privatdaten des Landes. Europaweit hat A1 sogar die Daten von 22 Millionen Kunden gespeichert. Diese Tatsache macht jeden Deal in der Telekombranche zu einer heikleren Sache als Transaktionen in anderen Sparten. Politik und Öffentlichkeit sind besonders hellhörig, vor allem wenn ausländische Investoren dabei sind. Denn in den Daten finden sich Antworten auf die Fragen: Wer hat mit wem telefoniert? Wer hat sich wo aufgehalten?

Gesetz und Praxis

Hans Zeger, Chef der ARGE Daten, verweist zunächst auf die strenge Gesetzeslage, die den Zugriff auf Daten nur zum Zweck von Dienstleistungen erlaubt. Die Leitung eines Unternehmens muss demnach Sorge tragen, dass nur Hotline, Verrechnungsstellen etc. Zugang zum Datenmaterial haben. Zeger räumt aber ein: „In der Praxis kommt es schon vor, dass Gesellschafter sagen: Das ist meine Firma, also kann ich auch über die Daten verfügen. Solche Begehrlichkeiten gibt es.“

Heikel wird es, wenn Teile der Verwaltung eines Unternehmens ins Ausland verlagert werden, bei der Telekom Austria zum Beispiel nach Ägypten. Dort gelten dann andere, zumeist weichere, Bestimmungen. Zuletzt gab es etwa Streit über Daten der Bank Austria, die zur Konzernmutter nach Mailand gewandert sein sollen.

Zeger: „Bei ordentlichen Firmen droht keine Gefahr, denn im schlimmsten Fall könnten die Verantwortlichen für illegalen Umgang mit Daten ins Gefängnis wandern.“ Gerade Telekommunikations-Informationen stellen laut ARGE Daten einen wesentlichen Wert dar.

– HOR

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