25 Jahre nach dem Putsch: Was aus den einzelnen Sowjetrepubliken wurde

25 Jahre nach dem Putsch: Was aus den einzelnen Sowjetrepubliken wurde

Die Sowjetunion hat sich zwar vor genau 25 Jahren weitgehend friedlich aufgelöst, doch für ihre Nachfolgestaaten ist es nicht friedlich geblieben. Die meisten von ihnen haben Krieg und Blutvergießen erleben müssen. Ein Überblick.

Der Zerfall der Sowjetunion 1991 hat 15 neue Staaten hervorgebracht. Ihre Schicksale in einem Vierteljahrhundert Unabhängigkeit sind sehr verschieden gewesen. Der Traum von Frieden und Wohlstand blieb für viele unerfüllt.

Russland: Größtes Nachfolgeland, Atommacht, Energie-Exporteur. Verhinderte in zwei Kriegen die Abspaltung von Tschetschenien. Unter Präsident Wladimir Putin zunehmend autoritär. Steckt in der Krise, versucht aber, weltpolitisch wieder eine größere Rolle zu spielen.

WESTEN DER SOWJETUNION:

Estland, Lettland und Litauen: Die kleinen baltischen Staaten stellten rasch auf Demokratie und Marktwirtschaft um. Seit 2004 Mitglieder in NATO und EU.

Weißrussland: Der autoritäre Dauerherrscher Alexander Lukaschenko ist Russlands bester Freund und hält doch Abstand. Er gilt als "Europas letzter Diktator".

Ukraine: Zweitgrößtes Land Europas, großes Wirtschaftspotenzial, aber 25 Jahre lang unter seinen Möglichkeiten regiert. Zweimal Aufbegehren der Zivilgesellschaft: Orange Revolution 2004/5, Euromaidan 2013/14. Russland annektierte 2014 die Krim und führt verdeckt Krieg im Osten.

Republik Moldau: Ethnisch vorwiegend rumänisch. Verlor 1992 den russischsprachigen Landstreifen Transnistrien, der eingefrorene Konflikt lähmt das arme Land politisch und wirtschaftlich.

KAUKASUS

Georgien: Verlor nach 1992 Kriege gegen Separatisten in den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien. 2008 Niederlage gegen Russland. Hat sich zuletzt durch energische Reformen modernisiert.

Aserbaidschan: Ölreichtum am Kaspischen Meer kommt Präsidenten-Clan Aliyev zugute - erst dem Vater, nun dem Sohn. Ein Fünftel des Landes von Karabach-Armeniern besetzt.

Armenien: Sieg im Krieg um Berg-Karabach 1992-94. Eingeklemmt zwischen Feinden Aserbaidschan und Türkei, Russland als Schutzmacht. Armenien beherrscht Berg-Karabach, das mit seinen etwa 145.000 Bewohnern völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört. Trotz eines 1994 vereinbarten Waffenstillstands kommt es immer wieder zu schweren Gefechten. Dabei gab es erst im April mindestens 120 Tote.

ZENTRALASIEN:

Kasachstan: Neuntgrößtes Land der Erde, lebt von Öl und Gas. Hat nie einen anderen Präsidenten gekannt als den autoritären Nursultan Nasarbajew (76). Wer wird ihm nachfolgen?

Turkmenistan: Wüstenstaat, einer der größten Gasproduzenten der Welt. Fast so abgeschottet und diktatorisch wie Nordkorea.

Usbekistan: Herz der historischen Seidenstraße. Der autoritäre Dauerherrscher Islam Karimow ließ 2005 Hunderte Bürger in der Stadt Andischan erschießen.

Kirgistan: Hochgebirgsland, arm, immer wieder von Unruhen erschüttert. Aber einzig halbwegs demokratisches Land der Region.

Tadschikistan: War das Armenhaus der Sowjetunion und blieb es auch. 1992-97 Bürgerkrieg mit Zehntausenden Toten. Heute bedroht durch Islamismus aus dem benachbarten Afghanistan.

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