IV startet Kampagne gegen "veritables Populismusproblem"

IV startet Kampagne gegen "veritables Populismusproblem"

Die Industriellenvereinigung (IV) sieht einen Gesprächbedarf mit der Bevölkerung, die sich offenbar von den Regierenden entrücken und sich zusehends vom Populismus einfangen lässt. Die IV will vor allem auch via Internet unter dialog.iv.at in Richtung Bevölkerung einen neuen Dialog starten, der permanent geführt werden soll.

Wien. Die Industriellenvereinigung (IV) will mit der Zivilgesellschaft in Kommunikation treten. Dafür startet sie die Kampagne "Meine Arbeit. Unsere Industrie.". "Es geht um alles was in einer Gesellschaft wichtig ist - Chancengerechtigkeit, Arbeitsplätze, Eigenverantwortung, Leistung, Miteinander, Armutsvermeidung", erläuterte IV-Präsident Georg Kapsch am Montag in Wien.

"Österreich hat ein veritables Populismusproblem", konstatierte Kapsch. "Auch wir müssen daher kampagnisieren." Die IV will mit ihrer Kampagne dafür sorgen, dass sich "das österreichische Mindset (Denkart/Mentalität , Anm.) weg von Angst hin in Richtung Zukunftschance entwickelt". Schließlich müssten sich auch Unternehmen laufend ändern und ein Großteil der Mitarbeiter trage dies auch mit.

Ein Dialog in 7 Schritten

"Wir sprechen in sieben Punkten die zentralen Fragen für Mitarbeiter und Unternehmen an, um das Land im wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischen Bereich positiv zu verändern; dass wir einfach mehr Nachhaltigkeit in das Land bekommen und nicht immer nur von der Hand in den Mund leben", erklärte Kapsch. Zu den Punkten gehören die Steuer-, Pensions- und Bildungssysteme, die die IV teils als ineffizient, teils unfair, teils als nicht zukunftssicher betrachtet. Eine Modernisierung des Arbeitsrechts "mit seinen extrem starren Regeln" gehört auch dazu.

"Die Kommunikation erfolgt in der Breite und auf Augenhöhe in einfacher Sprache - offen, fair, sachlich, faktenbezogen und sachpolitisch", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. "Es ist ein Statement gegen den Populismus. Es ist ein nachhaltiger Dialog von dem wir uns nicht mehr zurückziehen werden."

Von Bürgern wurden und werden Fragen gesammelt, die von IV-Fachleuten beantwortet werden. Unter https://dialog.iv.at/ können Interessierte ihre Fragen einbringen. In einem Video, das bei der Pressekonferenz vorgestellt wurde, in dem sich eine jüngere Frau über eine Vermögenssteuer erkundigt, bezieht ein IV-Experte sogleich deutlich Stellung gegen diese "Steuer auf die Substanz". In einem weiteren Video, in dem eine ältere Frau fragt, ob ihre Enkerln noch eine Pension bekommen werden, antwortet eine IV-Fachfrau zwar mit "Ja" - aber nur wenn es Anpassungen gebe.

Die Kampagne, für die österreichweit 2.000 Plakatstellen gebucht sind, wurde lange überlegt und nun bewusst nach der Nationalratswahl gestartet, so Neumayer. Laut Kapsch wolle die IV einen Beitrag zur Sachlichkeit in der Diskussion leisten, "um die großen Herausforderungen, die vor uns liegen, mit Niveau und vor allem gemeinsam zu meistern". In Österreich hätten Kompromisse allzu lange viele Schwächen überdeckt. Wenn jetzt auch die Kompromiss-Stärke verschwindet, dann werde es wirklich kritisch, gab der IV-Präsident zu bedenken.

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