Rechts gegen Links: "Partei der Finnen" will Griechenland aus dem Euro werfen

Rechts gegen Links: "Partei der Finnen" will Griechenland aus dem Euro werfen

Partiechef Timo Soini: "Der Grexit ist notwendig"

Die rechtspopulistische "Partei der Finnen" will nach den Parlamentswahlen am 19. April in der Regierung sitzen und dort nach Möglichkeit dafür sorgen, dass Griechenland aus der Euro-Zone ausgeschlossen wird.

Der Chef der früher unter dem Namen "Wahre Finnen" bekannten Partei, Timo Soini, sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, für seine Partei sei es wichtig, nun "den nächsten Schritt" von einer der führenden Oppositionsparteien in die Regierung zu tun.

"Der Grexit ist notwendig," sagte Soini in dem Interview. Wenn Griechenland im Euro bleibe, würde dies weitere Hilfszahlungen bedingen und das "Pyramiden-Spiel" mit dem Geld der EU-Staaten würde weitergehen. Der Rechtspopulisten-Chef stellte aus seiner Sicht auch Zypern die Rute eines Hinauswurfs aus dem Euro ins Fenster.

Die "Partei der Finnen" lag in den jüngsten Umfragen hinter dem überlegen führenden "Zentrum" Kopf an Kopf mit den bisherigen Hauptkoalitionspartnern, der konservativen Sammlungspartei (Kokoomus) und den Sozialdemokraten. Anders als im Nachbarland Schweden, wo die ähnlich weit rechts positionierten "Schwedendemokraten" von den übrigen Parteien ausgegrenzt werden, sehen die meisten übrigen finnischen Parteien in einer möglichen Zusammenarbeit mit Soinis Partei kein Problem.

Gegen Finanzhilfen aus Brüssel

Die "Partei der Finnen" führte bisher einen ausgesprochen euro-skeptischen Wahlkampf unter Betonung einer harten Linie gegenüber Griechenland. Finnland war schon vor vier Jahren eines der Länder gewesen, die sich ursprünglich gegen Finanzhilfen aus Brüssel an Athen stark gemacht hatten. Die "Six-Pack"-Regierung unter dem damaligen Regierungschef Jyrki Katainen (Konservative) schwenkte jedoch bald auf die gemeinsame Unionsstrategie ein.

Soini überstand erst vor wenigen Monaten einen Partei-internen Machtkampf mit dem ultrarechten Flügel unter dem EU-Abgeordneten Jussi Halla-aho und ging aus diesem Duell laut politischen Beobachtern gestärkt hervor. Seine Chancen, diesmal an die Regierung zu kommen, bewerten Politik-Experten in Helsinki als hoch, zumal der amtierende, konservative Regierungschef Alexander Stubb und seine Partei in einer hartnäckigen Vertrauenskrise stecken. Als Hauptgrund dafür werden die trüben Wirtschaftsdaten und -Prognosen Finnlands nach der Demontage der einstigen Volksökonomie-Lokomotive Nokia gesehen.

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