Präsidentenwahl in Griechenland gescheitert: Neuwahlen im Jänner

Präsidentenwahl in Griechenland gescheitert: Neuwahlen im Jänner

Der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas verfehlte am Montag im Parlament auch in der dritten Runde die nötige Mehrheit für die Ernennung zum Präsidenten. Nun steht Griechenland vor Neuwahlen.

Das Euro-Krisenland Griechenland steht vor Neuwahlen. Der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas verfehlte als Präsidentschaftskandidat am Montag im Athener Parlament auch im dritten Anlauf die erforderliche Mehrheit von 180 Stimmen. Lediglich 168 Abgeordnete stimmten für ihn. Damit muss das Parlament aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen werden, die in den kommenden Wochen stattfinden sollen.

Nach der gescheiterten Präsidentenwahl kündigte Regierungschef Antonis Samaras am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache an, er werde am Dienstag Staatsoberhaupt Karolos Papoulias um die Auflösung des Parlamentes bitten. Er werde es nicht zulassen, dass irgendjemand den Platz Griechenlands in Europa infrage stelle. Die nötigen Neuwahlen kündigte er für den 25. Jänner an.

"Es ist Zeit, dass das griechische Volk das tut, was das Parlament nicht getan hat - die Unsicherheit beenden und Stabilität wiederherstellen", sagte Samaras. Er zeigte sich siegesgewiss, obwohl im Umfragen die reformkritische linke Syriza vorn liegt. Deren Chef Alexis Tsipras kündigte nach dem Scheitern der Präsidentenwahl an, der Rettungsplan der Troika aus EU, EZB und IWF werde schon in wenigen Tagen der Vergangenheit angehören.

Griechische Aktien stürzen ab

An den Finanzmärkten sorgte die gescheiterte Wahl für Unruhe. Der Athener Leitindex weitete seine Verluste aus und fiel um bis zu 11,3 Prozent auf 756,80 Zähler, den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Rendite zehnjähriger griechischer Anleihen kletterte zeitweise auf 9,748 Prozent nach 8,530 Prozent im Schlussgeschäft von Heiligabend.

Der Dax grenzte seine Verluste nach dem ersten Schreck wieder ein und notierte am Mittag noch 0,5 Prozent schwächer bei 9873 Zählern. Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses hatte er 1,4 Prozent verloren. Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei zwar nicht wahrscheinlich, aber die Unsicherheit bereite den Investoren Sorge - daher auch die deutliche Talfahrt des Aktienmarkts, sagte Manos Hatzidakis, Analyst bei Beta Securities in Athen.

Ministerpräsident Antonis Samaras hatte die Wahl des Staatsoberhaupts um zwei Monate vorgezogen mit der Begründung, damit solle die politische Unsicherheit in dem hoch verschuldeten Land beendet werden. Die nächste Parlamentswahl stünde turnusmäßig erst 2016 an.

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